Die Kräfte bündeln
22.06.2007/Lokalausgabe/Bottrop
Wolfhard Brüggemann kandidiert bei den Wahlen des Bottroper Sportbundes im nächsten Jahr erneut als Vorsitzender. Mitgliederschwund in den Vereinen stoppen
DAS SPORT-INTERVIEWSeit fünf Jahren steht Wolfhard Brüggemann an der Spitze des Bottroper Sportbundes (BSB). Bis 2011 möchte der BSB-Vorsitzende noch weitermachen. WAZ-Mitarbeiter Dennis Bröhl sprach mit dem 66-Jährigen über die Ziele des BSB.
Was hat den Ausschlag gegeben, sich doch für eine Wiederwahl im Jahr 2008 zur Verfügung zu stellen?
Brüggemann: Meine Stellvertreter Günter Kubitza und Heinz Lehrmann werden definitiv im kommenden Jahr aus ihren Ämtern scheiden. Ich denke, es ist wichtig, dass noch jemand aus dem alten Vorstand weiter arbeitet.
Sie waren selber ein guter Leichtathlet, ich denke da 11,3 Sekunden auf 100 Metern oder 6,32 Meter im Weitsprung. Benötigt man den Sportsgeist für das Amt des BSB-Vorsitzenden?
Brüggemann: Mit Sicherheit. Vor allem habe ich aber in meiner aktiven Zeit beim ETB in Essen gelernt, wie sehr sich ein hervorragend organisierter Verein positiv auf die Leistungen der Sportler auswirkt. Ich bin zuerst als Mitglied bei DJK Adler, dann als Vorsitzender des Bottroper Sportbundes unter diesen Voraussetzungen angetreten, diese Bedingungen auch den Sportlern in Bottrop zu ermöglichen.
Seit fünf Jahren an der Spitze des BSB, was bleibt da bisher an positiven sowie negativen Erfahrungen hängen?
Brüggemann: Absolut positiv ist die Zusammenarbeit mit Sportdezernent Bernd Tischler sowie Gerd Kießlich, dem Leiter des Sport- und Bäderbetriebes. Wir werden zu vielen Angelegenheiten im Werksausschuss gehört, es ist ein sehr harmonisches Verhältnis. Negativ stoßen mir natürlich die sinkenden Mitgliederzahlen in den organisierten Sportvereinen auf. Aber daran arbeiten wir mit Hochdruck.
Etwa so, indem Sie seit geraumer Zeit mit den Angeboten an die Schulen gehen?
Brüggemann: Wir müssen an die Basis, anders geht es nicht. Dazu muss ich sagen, dass überwiegend ältere Sportler aus den Vereinen austreten, im Bereich der Jugend geht die Rate, sicherlich auch durch gezielte Schularbeit, weiter nach oben. Allerdings benötigen wir die Hilfe engagierter Lehrer.
Das Gesicht des Bottroper Sports hat sich in den vergangenen Jahren stark zum Positiven verändert, denkt man beispielsweise nur an das Alpincenter an der Prosperstraße.
Brüggemann: Völlig richtig, das sind ganz tolle Geschichten. Allerdings, Kommerz ist in Ordnung, allerdings muss es ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Wir wollen nicht nur die Kontakte zu den Sportvereinen herstellen, sondern auch in punkto Alpincenter mit im Boot sitzen.
Wie könnte das Angebot Ihrer Meinung nach für auswärtige Sportinteressierte noch attraktiver gestaltet werden?
Brüggemann: Mir schweben da so Drei-Tages-Touren vor. Warum nicht einen Tag eine schöne Radtour in unserer Umgebung machen, dann noch Skifahren im Alpincenter, Klettern im Malakoffturm oder sich ab vom Klettern über den noch aktiven Bergbau informieren. Da ist für mich eine Lücke, da muss Öl ins Feuerchen.
Wir wagen mal einen Sprung zur BSB-Wahl 2008. Sie werden soeben wiedergewählt. Was versprechen Sie den Delegierten, in den kommenden Jahren Ihrer Amtszeit bis 2011 in Angriff zu nehmen?
Brüggemann: Erstens muss der Mitgliederschwund in den Vereinen gestoppt werden, gleichzeitig müssen zweitens die Anmeldungen nach oben. Zudem wünsche ich mir eine stärkere Konzentration, eine Komprimierung der Vereine. Brauchen wir beispielsweise wirklich 18 Fußballvereine? Oder könnte man sagen, wir konzentrieren zum Beispiel die Jugendarbeit in Fuhlenbrock und beim SV Rhenania, im Bereich Senioren ruht das Hauptaugenmerk auf dem VfB oder dem SV Fortuna. Das sind nur Beispiele, aber so sollte es und wird es irgendwann sein, auch in den anderen Sportarten. Nur so wird sich langfristig der Erfolg einstellen."Brauchen wir in Bottrop wirklich 18 Fußballvereine?"