| Für Körper und Geist |
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| 07.07.2007 / Lokales / Sprockhövel |
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Von Jan Vestweber
Vor einigen Jahren kämpften die Männer des 1. JJJC Hattingen noch in der Zweiten Bundesliga. Eine volle Halle und Riesenstimmung waren damals für die Judoka selbstverständlich. Mittlerweile tritt die Mannschaft nach dem Rückzug aus der Regionalliga nur noch in der Oberliga an. Eines aber hat sich nicht geändert: Mit dabei ist immer noch Hattingens Dauerbrenner Andreas Weber. "Das ist ein Sport, der dir ziemlich schnell zeigt, wie stark du wirklich bist", erzählt er über das Judo. "Und wenn man weiß, wie man sich wehren kann, dann gibt das auch viel Selbstvertrauen." Im Alltag habe er seine kämpferischen Fertigkeiten aber noch nie anwenden müssen. "In der Schule gab es früher ja manchmal Streit. Damit war es aber vorbei, als ich mit dem Judo angefangen habe. Man hat ganz einfach ein anderes Auftreten, geht anders auf seinen Gegenüber zu, so dass es dazu gar nicht mehr kommt."
Und trotz seiner mittlerweile 47 Jahre werde ihm sein Hobby nicht langweilig. "Jeder Kampf ist anders", sagt er, "das Tolle ist auch, dass der ganze Körper und auch der Geist involviert sind. Judo ist immer wieder faszinierend." Besonders in einer Zeit, in der "Kinder schon eine Rolle vorwärts lernen müssen", sei der Sport ideal, um den Bewegungsmangel auszugleichen. "Judo macht man außerdem nie alleine", sagt das Hattinger Eigengewächs, "das fördert zusätzlich den sozialen Umgang der Kinder." Darüber sollten Eltern nachdenken, fordert er. Und dann ihre Kinder zum 1. JJJC schicken (Talstraße, montags und freitags).
Weber rührt für seinen Verein die Werbetrommel. Schließlich ist er seit nunmehr zehn Jahren auch als Vorsitzender für Wohl und Wehe seines Klubs zuständig. "Der Verein hat mir viel ermöglicht", sagt er, "ich konnte an Turnieren und Meisterschaften teilnehmen und wurde immer hervorragend unterstützt. Am Wichtigsten sind aber die Leute hier, mit denen man arbeitet, feiert und trainiert. Wir haben schon immer auch außerhalb des Sports viel zusammen unternommen. Sie machen den Klub aus."
Und mit diesem soll es, auch bei den Herren, in der Zukunft wieder aufwärts gehen. Das Damenteam schreibt derzeit in der Zweiten Liga an seiner eigenen Erfolgsstory, die Männer hingegen stehen vor einem Neubeginn. "Wir wollen hier eine junge Mannschaft aufbauen", sagt Weber, der selbst im Herrenteam kämpft, "wichtig ist uns, dass es sich dabei, wie zu den Zweitligazeiten, um Hattinger Judoka handelt. Wenn wir wieder in eine höhere Liga kommen, dann sollen einfach auch Hattinger dabei sein." Die Zusammenstellung der Mannschaft habe schließlich auch Auswirkungen auf das Publikum. "Damals hatten wir auch so einen großen Zuspruch, weil die Verbundenheit der Leute zum Verein riesengroß war. Es ist schon etwas Anderes, ob da, wie bei uns damals, drei Hattinger Jungs dabei sind, oder das Team nur zum Beispiel aus Holländern besteht." Wenn das Konzept aber aufgehen und sich beim 1. JJJC bald eine Riege von jungen und talentierten Hattinger Aktiven etablieren sollte, dann seien die finanziellen Möglichkeiten da, die Mannschaft mit guten auswärtigen Judoka aufzufüllen und noch einmal richtig anzugreifen. Und egal, ob der Weg des 1. JJJC nun nach oben oder unten führen sollte, einer bleibt sicher dabei: Andreas Weber.