| Leverkusen zockt besser |
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| 30.07.2007 / Lokales / Buer |
Starke Vorstellung: 81-Kilo-Mann Yassin Grothaus (weißer Judogi) feierte beim 7:7 in Leverkusen zwei Siege. Foto: Ruhrkontrast, Christoph Wojtyczka, Archiv
Von Andree Hagel
Spitzenkampf in der 2. Judo-Bundesliga: Als Tabellenzweiter wird der JC Koriouchi Gelsenkirchen am kommenden Samstag (18 Uhr) den Tabellenersten JC 66 Bottrop empfangen. Das klingt gut. Die Situation beim Tabellenzweiten könnte aber viel, viel besser sein. Und nach dem 7:7 (67:65 in der Unterbewertung) beim TSV Bayer 04 Leverkusen sprach Koriouchi-Trainer Harald Mantei gar von einer Niederlage. Zum zweiten Mal nach dem 5:7 beim JC Mönchengladbach war er enttäuscht. Und es wird am Samstag in der Schürenkamp-Halle nicht wirklich ein Spitzenkampf, da Bottrop mit 10:0 Zählern schon drei Punkte Vorsprung hat und die Liga sehr souverän beherrscht.
Für Enttäuschung sorgte der Punktverlust vor allem deshalb, weil es diesen nie gegeben hätte, wenn die Gelsenkirchener komplett gewesen wären. Schwergewichtler Willy Bilstra (+100 kg), der eine Holländer, war zwar da, richtete aber aus, dass sein Landsmann Jeffrey Meeuwsen immer noch verletzt sei. Und da auch Sebastian Häfker am Freitagabend wegen Fieber abgesagt hatte, stand Trainer Harald Mantei ohne Mittelgewichtler in Leverkusen. Er musste die 90-Kilo-Klasse mit leichteren Kämpfern besetzen. Die Frage, ob es überhaupt noch einmal ein Wiedersehen mit Jeffrey Meeuwsen geben wird, beantwortete Ulrich Griesdorn, der Sportliche Leiter: "Gegen Bottrop wird er dabei sein." Er könnte dann mit seinen Bruder Danny fahren, der Bottrops Halbschwergewichtler ist. Seit dem zweiten Kampftag am 22. April, dem 5:7 beim JC Mönchengladbach, ist der 24-Jährige nicht mehr gesehen worden.
Kader-Lücken wie in Leverkusen dürfen sich die Gelsenkirchener gegen Bottrop nicht leisten. Zumal sie dann viel zu leicht auszurechnen sind. Und das war auch der Grund dafür, dass der TSV Bayer 04 Leverkusen das 7:7 schaffte, im zweiten Siebener-Durchang vier Kämpfe gewann. Harald Mantei hatte nicht die Möglichkeit, sein Bayer-Pendant Willi Brumshagen zu überraschen. Anders herum aber gelang dies, obwohl Leverkusens 90-Kilo-Mann Valentin Knobloch in dieser Saison schon mehrere Male ins Schwergewicht aufgerückt war.
Florian Heimlich (66 kg), Valerie Prill (60 kg) nach nur 39 Sekunden mit einem beeindruckenden Ausheber (Te-guruma) gegen Martin Hink, Yassin Grothaus (81 kg) und Willy Bilstra (+100 kg) hatten für eine 4:3-Führung gesorgt. Im dritten Kampf des zweiten Durchgangs ging die Koriouchi-Rechnung dann aber zum ersten Mal nicht auf. Valerie Prill musste sich Martin Hink trotz vieler guter Ansätze mit einer mittleren Wertung ("Yuko") beugen, und so stand es nur noch 5:5. Florian Heimlich hatte zuvor auch seinen zweiten Kampf im Halbleichtgewicht souverän gewonnen.
Noch vier Kämpfe.
Und nachdem Yassin Grothaus zum zweiten Mal gewonnen hatte, während sich Janes Chabowski im Leichtgewicht (73 kg) gegen Markus Kokot mit einer großen Wertung ("Waza-ari"), die er für einen Kopfwurf (Tomoe-nage) erhalten hatte, durchgesetzt hatte, sah es doch wieder nach dem vierten Saisonsieg aus. Aus dem wurde aber nichts, weil das Leverkusener Pokerspiel voll aufging. 81-Kilo-Mann René Jeske setzte sich, nachdem er bereits im ersten Durchgang in der 100-Kilo-Klasse gegen Lars Schüttken gewonnen hatte, auch gegen Matthias Steinke durch. Und dann war da noch Valentin Knobloch. Nach 1:24 Minuten beförderte er Gelsenkirchens Willy Bilstra mit einem Gegendreher auf die Matte.
Was Trainer Harald Mantei blieb, war die Feststellung, dass "wir den Klassenerhalt wieder frühzeitig geschafft haben". Zur Erinnerung: Der Judo-Club Koriouchi ist Tabellenweiter der 2. Bundesliga - allerdings nur mit 7:3 Punkten und nicht mit 10:0, die möglich gewesen wären.