| Die Sache mit dem blauen Auge |
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| 06.08.2007 / Lokales / Marl |
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Von Andreas Rorowski
Herten. Zum Feiern war ihm nicht zu Mute. Klassenerhalt? Schön und gut. Aber weil die Judo-Frauen der Hertener Panther eher mit Glück in der 1. Bundesliga bleiben dürfen statt den Klassenerhalt erkämpft zu haben, macht Trainer Frank Alex schnell einen Strich unter eine "völlig verkorkste Saison". Der Brander TV muss in die 2. Liga absteigen. Herten darf als Vorletzter nach dem Sieg vor einigen Wochen auf heimischer Matte im direkten Vergleich der Abstiegskandidaten weiter ganz oben mitkämpfen. Alex: "Aber ob wir nächsten Jahr noch dabei sind, ist noch nicht klar." Erst einmal müssen die Mittel bereit stehen, um eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf die Matte stellen zu können.
Auf dem Papier hatte der mehrfache Finalrunden-Teilnehmer ein solches Team mit Potenzial auch diesmal, weshalb er den erneuten Einzug in die Play Offs angepeilt hatte. Aber da einige Leistungsträgerinnen wie die U 23-Europameister Inga Gussenberg, Elisabeth Greve und Wasilisia Prill nicht zur Verfügung standen, fehlte es an Substanz. "Ich habe dahinter einfach nicht die Leute, die dann einspringen könnten." Auch nicht am letzten Wettkampftag in Mönchengladbach, wo es ein 0:7 gegen den Gastgeber und ein 1:6 gegen den SC Berlin gab. Für den Ehrenpunkt sorgte Julia Kriesten in der Klasse bis 52 kg. Dass die Gäste verspätet ankamen und es in der Halle reichlich heiß war, erschwerte die ohnehin schon nicht einfachen Bedingungen.
In der nächsten Saison könnte alles besser werden - wenn Gussenberg, Prill, beide zählen zu den Anwärterinnen auf eine Olympia-Teilnahme 2008, und Greve dabei sind. Ob sie fit werden, ob sie bleiben, ob sie zu bezahlen sind, muss sich zeigen.