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Mit dem Judogi in die USA

07.08.2007/WAZ/Bottrop

Markus Wallerich ist am Montag nach Atlanta geflogen, um dort ein Jahr an der "Georgia Tech" zu studieren. Dem JC 66 Bottrop wird er in der entscheidenden Saisonphase fehlen

THEMA AUSBILDUNG STATT SPORT-KARRIERE Am Samstagabend stand er in Gelsenkirchen noch auf der Judomatte. Heute studiert er an der "Georgia Tech" in Atlanta, eine der besten Universitäten der Vereingten Staaten von Amerika für Wirtschafts-Ingenieure. Markus Wallerich gehört nun zu rund 16 000 Studenten, die dort einen Abschluss machen werden.

Der 24-jährige Bottroper Judokämpfer ist in Deutschland mit seinem Studium in Dortmund bis auf das Diplom fertig. Jetzt bekam er ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst, der begabte und hochqualifizierte Menschen fördert.

Markus Wallerich gehört dazu und darf Stolz darauf sein. Mit 24 ist er in Deutschland mit seinem Studium zum Wirtschafts-Ingenieur so gut wie durch - sehr schnell. "Ja, das habe ich in der Regelstudienzeit absovliert", sagt Wallerich nach seinem vorläufig letzten Kampf für den JC 66 Bottrop und dem Abflug in die einstige Olympiastadt der USA. Der junge Athlet, der in der Gewichtsklasse 73 Kilogramm antritt, wird dem Bottroper Judoteam fehlen - besonders jetzt, da es um die Verteidigung des ersten Tabellenplatzes in der 2. Liga geht und die Aufstiegsrunde zur "belle étage" des deutschen Judo.

Markus Wallerich hat seine Prioritäten aber schon längst festgelegt: "Die Berufsausbildung ist viel wichtiger als der Sport und steht klar im Vordergrund." Seine erfolgreichste Zeit als Judokämpfer sei die in der Jugend gewesen. Nach dem Abitur legte er also den Schwerpunkt auf ein erfolgreiches Studium. Seine endgültigen beruflichen Ziele lässt Wallerich noch offen. "Jetzt ist erst einmal die zusätzliche Auslandserfahrung von Bedeutung. Nach dem einjährigen Studium in Atlanta werde ich vielleicht noch ein Praktikum in den USA anhängen", schaut er zunächst ein kleines Stückchen weiter nach vorn.

Von seinem geliebten Judosport mag sich der Bottroper aber auch jenseits des Atlantiks nicht vollkommen trennen. "Ich habe mich schon eifrig im Internet umgesehen und zwei Judoklubs in Atlanta gefunden. Dort werde ich mich auf jeden Fall umsehen und ein- bis zweimal die Woche trainieren." Der junge Sportler würde gerne mehr wollen und könnte sich vorstellen, in den Staaten auch an Wettkämpfen teilzunehmen. "Ob das geht, weiß ich allerdings noch nicht. Die Teilnahme an Vereinskämpfen wäre ganz schön. Und möglicherweise kann ich ja auch bei den amerikanischen Universitätsmeisterschaften mitmachen", hofft Markus Wallerich.

Neben Studium und Sport will der 24-Jährige das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" weiter kennen lernen. Dreimal hat er dort schon Urlaub gemacht und "Freunde gefunden". "Nach dem Studium steht auf jeden Fall eine dreiwöchige Rundreise an der Ostküste an", verrät er. Die Westküste kennt Markus Wallerich bereits, der natürlich ein sehr gutes Englisch spricht und keine Angst vor dem Fach-Englisch hat. "In Atlanta studieren viele Ausländer. Außerdem wird in vielen kleinen Kursen gearbeitet. Das ist kein Frontal-Studium so wie oft in Deutschland. Also gibt es ausreichend Gelegenheiten mit den Dozenten zu sprechen und nachzufragen", hat sich Markus Wallerich sehr genau informiert.



07.08.2007   Von Sylvia Lukassen
Judo will Markus Wallerich in den Vereinigten Staaten nicht ganz aufgeben, deshalb war der Anzug - Judogi - mit im Gepäck. Im Internet hat sich der 24-Jährige bereits über die in Atlanta ansässigen Klubs informiert. Fotos: WAZ, Cornelia Fischer
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