| SU Annen JC Eberswalde 10:2
Zuschauer: 300.
Von Iris Woitschell
Witten. Jubel am Kälberweg: Die SUA-Judoka haben ihre Pflicht getan und die Gäste aus Eberswalde mit 10:2 nach Hause geschickt. Zudem bekamen die Wittener Schützenhilfe aus dem Osten. Der JC 90 Frankfurt-Oder besiegte den UJKC Potsdam mit 8:4. Somit steht die Sport-Union Annen mit einem Pünktchen Vorsprung vor Potsdam auf dem zweiten Tabellenrang und damit im Viertelfinale. Dort geht es in 14 Tagen - ebenfalls am Kälberweg - gegen den KSV Esslingen.
"Wenn die begriffen hätten, dass die was reißen konnten . . .", schmunzelte Trainer Holk Silbersack nach der Begegnung gegen den Judoclub Eberswalde. Die Gäste verkauften sich am Samstagabend am Kälberweg unter ihren Möglichkeiten. Obwohl dem Wittener Trainergespann Silbersack/Reeh nicht mehr als elf Kämpfer zur Verfügung standen, strotzten sie vor Selbstvertrauen. "Wir wollten und mussten gewinnen", so Trainer Andreas Reeh.
Viel zu taktieren gab es für die Trainer aufgrund der dünnen Personaldecke nicht. Besonders im Schwergewicht sah es schlecht aus. Sowohl Nils Kopke als auch Florian Wehmann waren verhindert. Der 22-jährige Benjamin Behrla zeigte sich jedoch in Bestform und bestritt den ersten Kampf im Schwergewicht. Der Eberswalder Ben Sonnemans brachte mindestens 20 Kilogramm mehr auf die Waage. Unbeeindruckt davon vertraute Behrla auf seine Spezialtechnik - zu Recht. Nach 1:40 Minuten legte er Sonnemans per Abtaucher auf den Rücken. Mit dem Auftaktsieg im Rücken drehten die Annener richtig auf. Zur Halbzeit führten sie bereits mit 5:1 - nach Siegen von Marvin de la Croes, Martijn van Oostrum, Martin Drechsler und Florian Hahn.
Es fehlten noch zwei Siege, um den Einzug ins Viertelfinale zu feiern, denn das Ergebnis aus Frankfurt-Oder stand bereits fest. Alexander Rohr trat diesmal im Schwergewicht an und sorgte für den ersten Erfolg. U 20-Weltmeister Marvin de la Croes nutzte seinen "Matchpunkt" im nächsten Kampf jedoch nicht. Im Leichtgewicht gab es dann eine Neuauflage aus der ersten Runde. Christoph Najdecki stand Lasse Leitert gegenüber. Nach einem Unentschieden im ersten Kampf hatten beide noch eine Rechnung offen. Najdecki hatte diesmal den längeren Atem. Für einen Beinfasser bekam er eine mittlere Wertung und rettete diese über die Zeit.
SUA-"Eigengewächs" Stefan Oldenburg (bis 81kg) hatte also nichts mehr zu verlieren. Er beendete mit seinem Kampf endlich seine Pechsträhne der vergangenen Monate. Nachdem er Daniel Dischereit abgewürgt hatte, ballte er die Siegesfaust und ließ sich von den Fans feiern. "Oldis Augen glänzen wahrscheinlich am Montag noch", so Reeh.
In der Vorrunde mussten sich die SUA-Judoka nur dem Tabellenersten aus Frankfurt-Oder geschlagen geben. Zur Belohnung stehen die Wittener jetzt im Viertelfinale. Würgen über das Kinn ist verboten: Das zeigt der Eberswalder Kämpfer Daniel Dischereit (rechts) an. SUA-Kämpfer Martin Drechsler (links) setzte kurze Zeit später aber erneut zum Würgegriff an - und diesmal schlug sein Rivale ab. Foto: Hans-Dieter Thomas
Im Rahmen des Bundesligakampfes wurde die Bundesliga-Mannschaft der SU Annen vom Stadtsportverband für ihren dritten Platz im letzten Jahr geehrt. Die Damen-Bundesligamannschaft erhielt eine Ehrung für den Aufstieg im Jahr 2006. Zudem bekamen Fatma van Winssen, Viola Discher, Andre´ Nagel und Corinna Durchfeld eine Urkunde vom Stadtsportverband für ihre Platzierung bei den Westdeutschen Einzelmeisterschaften im vergangenen Jahr. |