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Etwas ganz Besonderes Judo - ein idealer Sport für Behinderte
17.09.2007 / Lokales / Essen

Von Berit Hullmann

Zwei Sportereignisse der besonderen Art hatte Essen am Samstag zu bieten. Unter dem Motto "Aufeinander zugehen" trafen sich rund 330 Jugendliche zu den 11. Europäischen Erlebnissporttagen am Baldeneysee. Das Wetter war geradezu ideal für die anstehenden Aktivitäten wie Großbootfahren, Radwandern, Orientierungswandern oder Bogenschießen. Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung bereits früh morgens beim gemeinsamen Frühstück aller Teilnehmer am Regattahaus. Im Mittelpunkt der Veranstaltung von Diakonischem Werk und dem Christlichen Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) stand die Begegnung und die gemeinsame Aktivität in der Natur. Den Jugendlichen, die mehrheitlich besondere soziale Schwierigkeiten haben, sollen so Werte wie Fairness und Zusammenarbeit vermittelt werden. Fast ein Drittel der Teilnehmer kommt aus osteuropäischen Ländern, die Mehrheit kommt aus den unterschiedlichen Einrichtungen der Jugendsozialarbeit in Rheinland und Westfalen.

Von Verständigungsproblemen gab es allerdings keine Spur: Gemeinsam verbrachten die jungen Leute einen aktiven Tag am See und feierten noch zu später Stunde im eigens aufgebauten Partyzelt am Regattahaus.

Ebenfalls in der Nähe des Sees fand in der Sporthalle des TV Kupferdreh das 10. internationale Judo-Bagira-Wanderpokalturnier für geistig behinderte Menschen statt. Zu den Klängen von Vangelis' "Conquest of Paradise", das schon Boxer Henry Maske als Auftrittsmusik für seine großen Kämpfe wählte, liefen die Judokas winkend und mit stolzgeschwellter Brust in die Halle ein. Besonders die 26 Essener Teilnehmer der Judoabteilung der Lebenshilfe e.V. wurden von ihren Freunden und ihrer Familie auf der Tribüne gebührend empfangen. Aus ganz Deutschland und sogar aus Amsterdam waren 260 Judokas angreist, um sich den Pokal zu holen. Über 70 ehrenamtliche Helfer trugen zu einem fröhlichen und entspannten Miteinander und einem fairen Wettkampf bei. Zum Abschluss des Turniers standen 260 Sieger fest: Jeder Judoka erhielt eine Medaille, ein T-Shirt und natürlich eine Urkunde mit dem Konterfei von Bagheera, dem Dschungelbuch-Panther, der diesem Turnier seinen Namen lieh. Feierlich und voller Vorfreude zogen die behinderten Judokas in die Sporthalle des TV Kupferdreh ein. Fotos: WAZ, Kerstin Kokoska

Judo ist eine japanische Kampfsportart, die nach dem Prinzip "Siegen durch Nachgeben" neben der Selbstverteidigung auch der Persönlichkeitsentwicklung dient. Nach den Grundprinzipien des gegenseitigen Helfens und der bestmöglichen Einheit von Körper und Geist soll auf der Judomatte jede Bewegung bewusst zum Ausdruck gebracht werden. Gerade für Sportler mit geistiger Behinderung ist Judo daher besonders geeignet. Neben der körperlichen Fitness werden die K oordinationsfähigkeit gefördert, die motorischen und sensorischen Fähigkeiten verbessert und ein respektvoller Umgang mit anderen gelernt. Großbootfahren gehörte zur Disziplin der Erlebnissporttage am Baldeneysee.
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