Vorsichtiger Optimismus
Der JC 66 fiebert der Aufstiegsrunde für die erste Judo-Bundesliga entgegen, die er am kommenden Samstag ab 17 Uhr in der Dieter-Renz-Halle ausrichtet. WAZ-Sportredakteur Günter Dohnau sprach mit Trainer Frank Urban über Vorbereitung, Zielvorstellungen und Chancen des JC 66 bei den Relegationskämpfen.
Der JC 66 hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in die Bundesliga zurückzukehren. Wird das Ziel verwirklicht?
Frank Urban: Bundesliga und die erfolgreiche Jugendarbeit sind die Aushängeschilder des Vereins. Der JC 66 lebt dafür. Die erste Bundesliga wäre ein wichtiger Teil unseres Gesamtkonzeptes. Wir wollen es packen. Bottrop ist eine Judo-Hochburg in NRW.
Hat sich die Mischung aus jungen Kämpfern aus eigenen Reihen und Stars mit internationaler Erfahrung bewährt?
Frank Urban: Die Holländer Ruben Houkes und Ziggy Tabacznik kämpfen bereits seit 10 Jahren für uns. Sie sind mittlerweile schon Bottroper und Vorbilder für die jungen Kämpfer. Schade, dass Ruben Houkes als Weltmeister nicht dabei sein kann. Er startet auch nicht bei der holländischen Meisterschaft, weil er verletzt ist. Ich hoffe, dass er als Zuschauer kommt, ich möchte mit ihm gerne ein Bier trinken auf seinen WM-Titel. Von den Holländern kämpft nur Ziggy Tabacznik. Natürlich wird der JC 66 auch in Zukunft bemüht sein, eigenen Nachwuchs in die Bundesligamannschaft einzubauen.
JC 66 hat auf dem Transfermarkt noch einmal zugeschlagen. Wirkt sich das positiv auf die Aufstiegsrunde aus?
Frank Urban: Mit Paolo Bianchesi, Alexander Bannikow und Micha Egger haben wir einen guten Griff getan. Dazu kommt noch der Albaner Kushtrim Gaski, der für die nächste Saison vorgesehen ist. Es sind Leute, die hinter dem Verein und unserem Konzept stehen. Wir haben unsere guten Verbindungen diesmal auch anderweitig spielen lassen, bisher waren die Kontakte nach Holland zu den Vereinen Nijmwegen und Harlem ausgerichtet. Die Kämpfer, die wir verpflichten, müssen zu uns passen, wir wollen keine Söldnertruppe sein. Schließlich dürfen in 14 Kämpfen auch nur vier Ausländer starten.
Ist die erste Bundesliga finanziell zu stemmen?
Frank Urban: Der Verein ist ständig auf der Suche nach neuen Sponsoren. Mit Ele und Gelsennet haben wir zwei große Partner im Boot, aber auch viele kleinere Gönner, die uns finanziell unterstützen. Wir wollen auch deshalb in die erste Bundesliga, weil wir dann mit diesem Status weitaus bessere Argumente gegenüber den Sponsoren haben.
Könnte sich der JC 66 langfristig in der 1. Bundesliga etablieren, wenn der Aufstieg klappt?
Frank Urban: Wir versuchen, eine Stufe auf der Treppe höher zu kommen. Unser Traum ist, uns irgendwann für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren.
Was ist machbar, welche Chancen rechnen Sie sich aus?
Frank Urban: Ich bin vorsichtig optimistisch. Erst nach dem Wiegen kann man die Situation wohl realistisch einschätzen, wer mit wem kämpft.
Ist der JC 66 gerüstet?
Frank Urban: Der Kader ist komplett. Mit Oliver Gussenberg und Wolfgang Ammoussou haben wir zwei Deutsche Meister, auch Alexander Bannikow, 5. der DM und Martin Doll sind stark einzuschätzen. Wir dürften in der Lage sein, gegen jeden Gegner fünf Punkte zu machen, obwohl wir nur vier benötigen. Aber man kann im Judo nichts planen. Fehler werden schnell bestraft.
Ist mit vollen Rängen in der Renz-Halle zu rechnen?
Frank Urban: Ich glaube schon. Mein Wunsch wäre es, eine ähnlich gute Kulisse wie beim Challenge-Cup im Januar vorzufinden. Das Interesse ist groß, der Vorverkauf gut angelaufen. Hertha Walheim hat einen Fanbus angekündigt. Ich bin davon überzeugt, dass es eine tolle Veranstaltung wird. Es geht ja um den Aufstieg in die Top-Liga. waz bottrop