Neue Auflage - alte Vorzeichen
Annen. Am kommenden Sonntag steht in der Brandenburghalle in Frankfurt/Oder das Halbfinale der Deutschen Mannschaftmeisterschaften im Judo an. Und die Männer der SU Annen sind nach dem berauschenden Viertelfinalerfolg über Esslingen dabei. Erneut dabei.
Allerdings nicht alle SUA-Kämpfer. Jeoren Mooren, Martijn van Ostrum, Hendrik Schoemann und Marvin de la Croes, Annens Niederlande-Fraktion, gehen am Samstag bei ihren nationalen Meisterschaften auf die Matte und werden in Frankfurt/Oder fehlen. "Damit müssen wir leben. Judo ist ja eigentlich eine Einzelsportart", sagt SUA-Trainer Holk Silbersack. Andere Vereine müssten auch damit klarkommen.
Und doch sind einige gleicher als andere. So der Halbfinalgegner am Sonntag, der TSV Abensberg. Auch der zwölffache Meister und aktuelle Titelverteidiger hat - so Silbersacks Informationen - ein paar personelle Probleme. Die lange Saison mit zusätzlichen internationalen Einsätzen seien wohl auch am Favoriten nicht spurlos vorbeigegangen. Der Unterschied: Die Süddeutschen können aus einem scheinbar unerschöpflichen Reservoir an Kämpfern zehren. "In Abensberg trifft sich das Who-Is-Who des Judos", erklärt der SUA-Coach. Olympiasieger, Vize-Weltmeister, Europameister. Bange machen gilt aber für die Annener nicht. "Wir sind und bleiben Außenseiter, aber die Karten werden am Sonntag neu gemischt. Und unser Viertelfinalsieg, den wir mit deutschen Kämpfern geschafft haben, beflügelt uns sicherlich."
Und doch: Die Namen der Abensberger Judoka und ihre Resultate beeindrucken. Da ist der Vize-Weltmeister Ludger Paischer (60 kg) aus Österreich. Oder der Grieche Illias Illiadis (90 kg), der Olympiasieger von Athen. Oder Ole Bischoff (81 kg), Europameister und WM-Teilnehmer. Oder Michael Jurack (100 kg), der in Athen Bronze gewann. Oder, oder, oder ... "Egal, wer da über die Waage geht, die sind alle klasse", weiß Holk Silbersack.
Er ist nicht so vermessen, von einem Sieg gegen Abensberg zu sprechen. Ärgern wollen die Annener den Favoriten. Und da hat Holk Silbersack auch schon den einen oder anderen seiner Judoka im Auge, der diese Aufgabe erfüllen könnte. Benjamin Behrla zum Beispiel, der in der 100kg-Klasse vermutlich auf Michael Jurack treffen wird. Der Vergleich zwischen dem Annener Christoph Lambert, der mit seinem Sieg im letzten Kampf gegen Esslingen erst das Halbfinale möglich machte, und Ole Bischoff in der 81kg-Kategorie könnte ebenso eine sehr spannende Angelegenheit werden. Und auch Jonas Focke (66 kg) tritt Adrian Kulisch auf gleicher Augenhöhe gegenüber. Trotz allem bleibt der TSV Abensberg natürlich der große Favorit. "Den dritten Platz zu verteidigen, ist für uns schon top. Alles, was jetzt darüber hinausgeht, wäre schon eine Oberkür", sagt Holk Silbersack. Dem widerspricht der Leitspruch, den Jonas Focke über seine Internet-Hompage geschrieben hat, keineswegs: "Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist!"
Und es beginnt am kommenden Sonntag um 11 Uhr mit der Begrüßung und dem Einmarsch der Mannschaften.
Um 12.15 Uhr heißt es dann: SU Annen - TSV Abensberg, Durchgang eins. dima