Auch Bronze ist edles Metall Auftakt macht das Brandenburg-Duell
Mit lautem Jubel in die DM-Endrunde: Den Weg ins Halbfinale ebneten Benjamin Behrla und die SU Annen mit dem knappen Erfolg über den KSV Esslingen. Morgen Mittag gegen Abonnements-Meister TSV Abensberg stehen die Wittener angesichts vieler Ausfälle aber wohl auf verlorenem Posten. Von Oliver Schinkewitz
Witten. Eines steht wohl schon vor dem morgigen Bundesliga-Halbfinale der Judoka (So., ab 11 Uhr, in Frankfurt/Oder) fest: Am Abonnements-Meister TSV Abensberg wird wohl niemand vorbeikommen. Die Sport-Union Annen wird es zwar wie schon im Vorjahr mit den übermächtigen Bayern aufnehmen - doch die Aussichten sind eher dürftig.
"Für uns ist es doch schon ein riesiger Erfolg, überhaupt wie vor einem Jahr die Endrunde erreicht zu haben", sagt Annens Trainer Holk Silbersack, der am Dienstag seinen 38. Geburtstag feierte. Zwar war aus diesem Anlass einer seiner Wünsche, sich gegen die Abensberger Judo-Weltauswahl möglichst gut aus der Affäre zu ziehen, aber die personellen Probleme lassen wohl eher vermuten, dass das ungleiche Aufeinandertreffen so endet wie 2006 - damals siegte Abensberg mit 10:3.
Ärgerlich für die Wittener, dass ausgerechnet an diesem Wochenende die nationalen Meisterschaften in den Niederlanden ausgetragen werden - und die haben für die Einzelsportler nun mal Vorrang, geht es doch auf weite Sicht schon um wichtige Plätze im Olympia-Kader für 2008 in Peking. Die "Holland-Fraktion" binnen eines halben Tages nach Beendigung der Kämpfe in Rotterdam herüberzukarren in die Brandenburghalle von Frankfurt/Oder, das macht für Holk Silbersack keinen Sinn. "Daher habe ich unseren Holländern am Donnerstag mitgeteilt, dass sie sich das nicht antun müssen. Sowas kann man von ihnen nicht verlangen", sagt der SUA-Coach. Allein Martijn van Oostrum (66 kg) wird sein Annener Team in Brandenburg unterstützen - Ehrensache für den 31-Jährigen.
Freiwillig verzichten wird das Trainergespann Holk Silbersack/Andreas Reeh auch auf 66 kg-Judoka Jonas Focke. "Er fliegt schon am Montag wieder für zwei Wochen ins Höhentrainingslager mit der Nationalmannschaft", will Silbersack den Osnabrücker nicht zusätzlich schlauchen. Überdies ist Christoph Najdecki verletzt, und für Maxime Lambert käme ein Comeback nach seinem Kreuzbandriss zu Saisonbeginn viel zu früh.
"So oder so - wir haben unsere Bronze-Medaille ohnehin schon sicher. Das ist doch auch was", hat Holk Silbersack kein Problem damit, sich morgen gegen Europacup-Gewinner TSV Abensberg eine Packung abzuholen - auch wenn in einigen Kämpfen (u. a. bei Benjamin Behrla, Christophe Lambert und Stefan Oldenburg) durchaus der eine oder andere Wittener Ehrenpunkt machbar ist.
"Nur in absoluter Bestbesetzung könnten wir vielleicht was ausrichten", weiß der SUA-Coach. Sein Favorit auf den DM-Titel ist natürlich auch der TSV Abensberg - "aber Frankfurt/Oder ist wegen des Heimvorteils sicher nicht zu unterschätzen", schaut Silbersack natürlich auch auf seinen Ex-Club, der im Halbfinale jedoch zunächst den UJKC Potsdam aus dem Weg räumen muss.
Das Halbfinale der Deutschen Meisterschaft beginnt am Sonntag, 28. Oktober, um 11.30 Uhr in der Brandenburghalle mit dem brandenburgischen Duell zwischen Gastgeber JC 90 Frankfurt/Oder und dem UJKC Potsdam. Nach dem ersten Durchgang dieses Kampfes ist dann die SU Annen gegen den TSV Abensberg. Nach den ersten sieben Kämpfen folgt dann noch einmal die gleiche Abfolge.