Von Oliver Schinkewitz
Witten. Die Duelle gegen das Hamburger Judo-Team haben für Bundesligist Sport-Union Annen offensichtlich immer ganz entscheidenden Charakter. Schon im Vorjahr leiteten die Wittener mit einem Sieg gegen die Nordlichter die Wende zum Guten ein - am heutigen Samstag (ab 18 Uhr, Kälberweg) würde ein Erfolg über die Hamburger ein positives Punktekonto bescheren.
Angesichts der bedrückenden Personallage am vergangenen Wochenende war die 3:9-Niederlage beim JC 90 Frankfurt/Oder keine allzu große Überraschung. Zu gerne hätten die Wittener dem langjährigen Rivalen die Stirn geboten - doch ohne eine Vielzahl ihrer Top-Kämpfer war nun mal nicht mehr drin. Immerhin: Das dürfte heute Abend anders sein, denn das Trainergespann Holk Silbersack/Andreas Reeh hat durchaus mehr Alternativen zur Verfügung als noch beim Gipfeltreffen in Brandenburg.
Allerdings: Es könnte besser bestellt sein für den Kader der Sport-Union, die einmal mehr einige Ausfälle zu beklagen hat. Nachdem sich in Frankfurt/Oder bereits Daniel Lachmann eine Knieverletzung zugezogen hatte, erwischte es nun unter der Woche auch Teja Ahlmeyer. Der 73 kg-Judoka scheint Verletzungen magisch anzuziehen - kaum ein SUA-Kämpfer war in der Vergangenheit derart von Blessuren gebeutelt wie der Ex-Leverkusener. Fragezeichen stehen noch hinter den Einsätzen von Alexander Rohr (Nacken) und Martijn van Oostrum (Rücken), definitiv fehlen wird der Deutsche Meister in der 100-kg-Klasse, Benjamin Behrla. "Benny kommt erst am Montag vom Trainingslager in Brasilien zurück", berichtet Andreas Reeh, der den Emsdettener natürlich zu gern dabei gehabt hätte gegen das Hamburger Judo-Team.
Die Gäste von der Elbe erwischten keinen sonderlich glücklichen Start in die Bundesliga-Saison, wurden ebenso von einer Welle der Verletzungen geplagt und gingen in den ersten drei Duellen in Frankfurt/Oder (1:10), gegen Potsdam (4:7) und zuletzt gegen den SC Berlin (4:8) leer aus. "Normalerweise sollte das zu packen sein", ist Reeh optimistisch, was den Ausgang des zweiten Heimkampfes der Saison 2007 anbelangt.
Viel Boden dürfen die Annener im Kampf um den Viertelfinalplatz auch nicht mehr verlieren - drei Minuspunkte belasten schon jetzt das Wittener Konto. Dabei soll es bleiben.
Der heutige SUA-Kader:
(-60 kg) Christoph Najdecki; (-66 kg) Jonas Focke, Martijn van Oostrum; (-73 kg) Florian Hahn; (-81 kg) Martin Drechsler, Stefan Oldenburg, Christian Krause, Christophe Lambert, Robby van Laarhoven; (-90 kg) Alexander Jauk, Marvin de la Croes; (-100 kg) Alexander Rohr; (+100 kg) Nils Kopke, Florian Wehmann. Auf ihn kommt's heute ganz besonders an: Jonas Focke (re.), zuletzt auch bei internationalen Turnieren in bestechender Form, soll möglichst doppelt punkten. Fotos (2): Hans-D. Thomas
Einen erlesenen Kader nennen die Hamburger Judoka ihr Eigen - allerdings hatten die Nordlichter bislang nie ihr bestes Team auf der Matte. Neben 22 deutschen Kämpfern werden beim HJT 28 ausländische Judoka geführt - darunter Altmeister Juri Stepkine (35), einer von 14 Russen, die zum Aufsteiger von 2006 zählen. Übrigens: Zum heutigen Kampf wird auch Europameister Andreas Tölzer erwartet, dessen Abensberger Club heute kampffrei hat. Bange Blicke gab's zuletzt in Frankfurt/Oder beim Trainergespann Holk Silbersack (li.) und Andreas Reeh.