Das Relegationsturnier zur 1. Judo-Bundesliga in Bottrop - Ein Bericht aus der Sicht der Fans
Pressemeldung TSV Hertha Walheim 02.11.07
Nach Abschluss der Meisterschaftssaison lag das Judoteam des TSV Hertha Walheim auf Platz 2 der Tabelle, was ihm ermöglichte, am erstmals durchgeführten Relegationsturnier in Bottrop teilzunehmen. Hierbei treffen die Letztplatzierten (Plätze 7 und 8) der 1. Bundesliga und Erstplatzierten (Plätze 1 und 2) der 2. Bundesliga aufeinander, um die beiden Aufsteiger in die 1. Liga zu ermitteln.
Für die Abteilungsleitung war klar: egal wie viele mitfahren, es fährt ein Bus nach Bottrop! Gesagt, getan - es fanden sich über 40 Judofans, die dem Ruf folgten. Nach der Abfahrt in Brand gab es noch einen Zwischenstopp in Aldenhoven zur Mitnahme weiterer Fans. Während der Busfahrt wurde natürlich gefachsimpelt, aktuelle Meldungen aus Zeitung und Internet wurden verteilt, so dass jeder den gleichen Wissensstand hatte. Allgemeine Meinung: der JC 66 Bottrop hat aufgrund seiner Saisonleistungen und wegen des Heimvorteils die besten Aussichten auf Platz 1. Für unsere Mannschaft war eigentlich alles möglich: unsere starken holländischen Kämpfer fehlten zwar wegen der gleichzeitig stattfindenden niederländischen Meisterschaften, aber man hatte ja mehrere Neuzugänge zu verzeichnen, einer davon Marcus Richter (-60 kg), den jeder aus unserer Zeit in der 1. Liga in bester Erinnerung hatte.
Nach der Ankunft in Bottrop wurde das obligatorische Fanbild geschossen, wobei sich noch einige Anhänger einfügten, die mit dem Pkw aus Aachen angereist waren. Bei dieser Gelegenheit ein Dankeschön an den JC 66 Bottrop für die „Gruppenermäßigung" beim Eintritt! Nachdem die Fans im reservierten Bereich Platz genommen hatten, wurde unsere Mannschaft natürlich lautstark mit Trommeln und aufblasbaren Plastikrohren begrüßt.
Der erste Kampf gegen JC Eberswalde war schon ein Genuss: unser Team siegte mit sage und schreibe 5:1, wobei der Ausgang einiger Kämpfe allerdings ziemlich eng war. Nach einer kurzen Pause folgte die Begegnung gegen SV Georg Knorr Berlin, dem sich unser Team unerwartet klar mit 2:5 beugen musste, wobei dies sicherlich nicht an mangelnder Unterstützung von unserer Seite gelegen hat.
Die Diskussionen wurden heftiger: Haben wir eine Chance durchzukommen? Bottrop musste in jedem Fall geschlagen werden. Manche äußerten sogar die Meinung: Bottrop steigt gar nicht auf, wenn wir gewinnen sollten, da die Begegnung Bottrop-Eberswalde unentschieden ausgegangen war. Bis dahin hatte dies niemand geglaubt.
Der Kampf der Kämpfe TSV Hertha Walheim gegen den JC 66 Bottrop folgte: Zwischenstand 3:1 für Walheim - noch ein Punkt bis zum Aufstieg. Stefan Krause war an der Reihe gegen den Holländer Ziggy Tabacnik, gegen den er in Aachen verloren hatte. Die Zeit verstrich, und Ziggy führte lange Zeit mit kleinen Wertungen. Eine Minute vor Schluss machte Stefan dann mit einer Wazaari-Wertung alles klar. Die Halle bebte, die Sekunden wurden heruntergezählt 10...1...0. Es war geschafft! Das unmöglich erscheinende war eingetreten: Krause siegte zum 4:1, und der Aufstieg zur 1. Bundesliga war damit erreicht! Sofort wurden Gesänge von uns angestimmt („Nie mehr 2. Liga" usw.) - es war traumhaft. Es folgten noch zwei weitere Siege zum Endergebnis von 6:1 für den TSV Hertha Walheim. Auf der Nachbarmatte kam es zum Unentschieden zwischen Berlin und Eberswalde, damit belegten die Berliner Platz 2, und der Traum vom Aufstieg war für die Bottroper vorbei. Lautstark bedankten wir uns bei unserer Mannschaft, die wiederum mehrmals auflief und bejubelt wurde.
Die Rückfahrt war sehr ausgelassen. Die mitgebrachten Kästen Bier, die den Bus mitfinanzieren sollten, wurden spontan in Freibier für alle umgemünzt, denn eins war klar: Die Fans aus Aachen-Walheim waren an diesem Tag die 8. Person auf der Matte; ohne unsere Unterstützung hätte es vielleicht anders ausgesehen. In Aachen wurde noch zusammen gegessen; einige hatten anschließend die Nase immer noch nicht voll und gingen auf die Partymeile in Aachen, wo sie auch die Mannschaft trafen.
Fazit: Dieser Tag war der sportliche Höhepunkt im Vereinsjahr 2007 und für den Judosport zudem eine Empfehlung, denn wo sieht man an einem Abend vier erstklassige Mannschaften, die alles geben, um aufzusteigen. Besonders bedanken möchten wir uns beim JC 66 Bottrop für den gastlichen Empfang und die gute Turnierleitung. Von den Fans an dieser Stelle nochmals ein Glückwunsch an die Mannschaft zum Aufstieg. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen im Jahre 2008 in der 1. Bundesliga!
Manfred Brankers