| Unberechenbar Witten will Revanche |
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| 25.05.2007 / Lokales / Marl |
Von Claudio Richter
Wenn die Judo-Herren des VfL Hüls am kommenden Samstag (2.Juni) beim zweiten Regionalliga- Kampftag in Walheim ihre Gürtel binden, wird auch Eugen Basner wieder seine kräftigen 100 Kilogramm in die Waagschale werfen. Der 38-Jährige wechselte vor fünf Jahren mit einigen weiteren Kämpfern aus Herten nach Marl und brachte viel Ruhe und Erfahrung in die junge Hülser Mannschaft.
Als heimlicher Teamkapitän führte er die Kämpfer um Trainer Michael Taubert zu zwei Doppelaufstiegen in Folge - von der Landesliga bis in ihre jetzige sportliche Heimat. Vor allem seine schon fast gelangweilt wirkende Kampfweise auf der Matte macht ihn zum Liebling der VfL-Fans. Die Kunst, nach langer Bewegungslosigkeit urplötzlich zu explodieren, mit einer Geschwindigkeit, die manchem Leichtgewicht gut zu Gesicht stehen würde, um den Gegner mit einem lehrbuchmäßigen Wurf aufs Kreuz zu legen, beeindruckt. Basner: "Ich setze nur dann Aktionen an, wenn ich auch der Meinung bin, dass sie zu einer Wertung führen und versuche nichts zu erzwingen." In der Ruhe liegt Basners Effektivität.
Auch der Respekt der Gegner ist dem Zahntechniker- Meister gewiss, denn Basner ist seit Jahren in Fachkreisen bekannt wie ein bunter Hund. Seine erfolgreichen Zeiten als Kämpfer in der 1. Bundesliga, damals noch bei den Hertener Panthern, ließen zumindest den Widersachern in den unteren Ligen die Knie schlottern. In der Regionalliga sah das im letzten Jahr schon wieder ein wenig anders aus. Gute Gegenüber, gepaart mit einem Formtief von Basner, ließen ihn öfter als Verlierer von der Matte gehen als es ihm lieb sein konnte.
In diese Judo-Regionalliga-Saison startete er allerdings standesgemäß mit einem Sieg und feierte dies auch mit dem Ausruf "Eugen is back". Wie lange der Familienvater, der sich in den Kampfpausen zur Freude der Zuschauer von seinem vierjährigen Sprössling auf die Matte werfen lässt, allerdings noch weiterkämpft, ist unklar.
Eugen Basner denkt nur noch von Saison zu Saison. Und er geht fest davon aus, dass es wohl nicht mehr lange dauern wird, bis der nächste alt-gediente Gürtel an der Wand hängt. Dem Judosport wird er aber trotzdem weiter treu bleiben, denn auch als geduldiger Kampfrichter oder Trainer macht Eugen Basner eine hervorragende Figur.
Der nächste Samstag (2.Juni) könnte für die Hülser Aufstiegspläne vorentscheidend werden. In Walheim kämpfen die Marler gegen den Gastgeber und auch noch gegen Topfavorit SU Witten- Annen II. Die Wittener können eine ganze Reihe glänzender Judoka aus der Bundesligamannschaft aufstellen und werden dies gegen den VfL auch tun. Denn dieser gewann in der vergangenen Saison überraschend mit 4:3, was der Serienmeister vergangener Jahre wohl kaum auf sich sitzen lassen dürfte. 100 Kilo und ganz viel Gewicht: Eugen Basner zählt bei den Regionalliga-Judoka aus Marl zu den Leistungsträgern. Das Karriereende steht aber kurz bevor.