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Juli 2010
+++ 04.07.2010 Der freie Fall +++
Von Andree HagelKöln.
Es wäre so einfach gewesen, mit einem dicken blauen Auge aus einer
schrecklichen Saison zu kommen. Aber nach der 3:4-Pleite gegen den bis
dahin ebenfalls punktlosen PSV Duisburg ist der zweite Abstieg in Serie
kaum noch zu verhindern. „Das war’s“, sagte Trainer Harald Mantei. Die
Judoka des JC Koriouchi Gelsenkirchen werden 2011 nur noch Oberligist
sein.Das Bild, das der Judo-Club Koriouchi in
dieser Saison abgibt, ist ein düsteres. So düster, dass Erhan Baz, der
40-jährige Präsident und Aushilfe-Kämpfer, gar von einem Skandal sprach.
Und skandalös ist es meistens schon an der Waage. Dort fehlte am
Sonntag auch wieder Willy Bilstra (+100 kg). „Er musste arbeiten“, sagte
Harald Mantei. Der Schwergewichtler ist in den Niederlanden Ausbilder
bei der Polizei. Dafür war aber zum ersten Mal in dieser Saison Emil
Bechtold da – und somit die Hoffnung, diesen einen Kampf zu gewinnen und
mit zwei mickrigen Punkten den Klassenerhalt zu schaffen.Nur
drei Kämpfe standen auf dem Programm, weil der JC Koriouchi die 60- und
66- und der PSV Duisburg die 81- und 90-Kilo-Klasse unbesetzt ließ.
Macht 2:2. Also mussten zwei Siege her, für die Jan de Brouwer (100 kg)
und eben jener Emil Bechtold im Schwergewicht sorgen sollte. Der musste
dann auch gleich im ersten Kampf auf die Matte, und zwar gegen Dominik
Hausmann, der keine 90 Kilo auf die Waage gebracht hatte.Es
dauerte aber gar nicht lange, da war die Auseinandersetzung auch schon
beendet. Emil Bechtold wurde disqualifiziert – wegen eines Beinfassers,
der als Direktangriff seit dem 1. Januar nicht mehr erlaubt ist. „Es
geht darum, wieder mehr zu den Judo-Traditionen zurückzukehren, zu den
klassischen Techniken“, sagte Stephan Bode, der Chef der deutschen
Kampfrichter. Deshalb habe die Internationale Judo-Föderation diese
Regeländerung beschlossen.Wusste Emil
Bechtold das nicht? „Doch. Wir haben es ihm doch 1000-mal erzählt:
Ändere deinen Griff“, sagte Koriouchi-Trainer Harald Mantei. „Die
Duisburger hatten doch selbst nicht damit gerechnet, dass sie gewinnen
können.“ Dieses 1:0 war aber schon der PSV-Siegpunkt, zumal alles andere
so lief, wie es erwartet worden war. Jan de Brouwer setzte sich mit
einer großen Wertung („Waza-ari“) gegen Christian Beckmann durch,
während René Mantei (73 kg) im Schlusskampf keine Chance hatte und von
Simon Fausten ganz schnell per Fußfeger (De-ashi-barai) auf den Rücken
geknallt wurde.Das 0:5 der Gelsenkirchener
gegen Gastgeber JC Bushido Köln-Süd, der zuvor Duisburg mit 6:0 besiegt
hatte, war nur für die Statistik. Die 60-Kilo-Klasse hatten beide Teams
nicht besetzt, während Jan de Brouwer gegen den ehemaligen
Erstliga-Kämpfer Philip Helm ein Remis schaffte. der westen
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