Mai 2010
+++ 26.05.2010 Kim Eickmeier gewinnt Titel +++
Von xsandres
(WE)
Kim Eickmeier vom Judo-Club Banzai überzeugte bei den Westdeutschen
Jahrgangsmeisterschaften der U15 und U18 in Bochum wieder einmal. Im
Jahr 2007 gelang Ihr der Titel in der U15-Klasse, nun drei Jahre später
errang sie ihn auch in der Altersklasse U18 bis 57 Kilogramm.
Im
ersten Kampf gegen Kristin Weiß vom 1. Essener JC brauchte Kim
Eickmeier nur 39 Sekunden, um Ihre Gegnerin auf die Matte zu legen. Im
zweiten Kampf gegen Inken von der Recke (BC Erkelenz) ging es über die
Gesamtkampfzeit, hier gewann Eickmeier durch eine Yuko-Wertung. Im
letzten Kampf gegen Charline Gerwert (Judoka Rauxel) brauche sie auch
nur 59 Sekunden und gewann durch einen Hebel.
Vizemeisterin in der
Klasse bis 40 Kilogramm wurde Sandra Heckmann bei der U 15. Pascal
Dzikus startete in der gleichen Gewichts- und Altersklasse und
erreichte einen guten fünften Platz.
Zeitgleich fand in Herne der
Westfalen-Kyu-Cup der U14 statt. Und auch dort standen die Banzai-Kids
mit vielen vorderen Platzierungen im Vordergrund. Der JC Banzai war mit
17 Teilnehmern bei diesem Turnier mit insgesamt 300 Kindern aus 56
Vereinen vertreten. Für mehrere Kinder war es das erste Landesturnier
in der Klasse U14.
Siegerin wurde Jennifer Lipski in der Klasse bis
63 Kilogramm. Dritte Plätze gab es zudem für Anna Staack (-40kg), Maria
Ditz (-63kg), Jana Marks (-44kg) und Mike Sablotni (-55kg). der westen
gelsenkirchen
+++ 20.05.2010 Drei Punkte zum Saisonstart +++
Von uross
(WE) Die Judo-Frauen des DSC Wanne-Eickel starteten in Recklinghausen mit den erhofften Punktgewinnen in die Regionalligasaison.
Gegen
den JC 71 Düsseldorf verhinderte ein Hansoku-make (Disqualifikation)
für Bein-Fassen zwar den ersten Mannschaftserfolg und sorgte für ein
3:3-Unentschieden, doch dafür verhalf dieselbe Strafe dem DSC-Team zum
3:2 gegen PSV Recklinghausen.
Im Duell der Gastmannschaften
hatte Nadine Herbertz (-52 kg) ihre Düsseldorfer Gegnerin sicher im
Griff. Sandra Rode (-57 kg) verlor ihrer Kampf trotz großer Gegenwehr.
Die Gewichtsklasse -48 kg war bei beiden Teams unbesetzt. So bedeutete
der Blitzsieg von Larissa Stange (-78 kg) die zwischenzeitige
2:1-Führung. Andrea Wohlgemuth (+78 kg) machte einen sicheren Eindruck,
verlor jedoch überraschend durch einen reflexartigen Griff ans Bein,
der nach den neuen Regeln die Disqualifikation bedeutet. Auch Janina
Seidel (-63 kg) musste sich geschlagen geben. Mit einem souveränen Sieg
sicherte Anna Kruse (-70 kg) wenigstens das 3:3/30:30-Unentschieden.
Auch
gegen den Gastgeber Recklinghausen sorgte Nadine Herbertz (-52 kg)
souverän für die DSC-Führung, die durch die Niederlage von Sandra Rode
(-52 kg) ausgeglichen wurde. Die Gewichtsklasse -48 kg blieb erneut
unbesetzt. Mit ihrem zweiten vorzeitigen Sieg brachte Larissa Stange
(-78 kg) den DSC wieder in Führung. Andrea Wohlgemuth (+78 kg) lieferte
sich einen tollen Kampf gegen ihre deutlich schwerere Gegnerin. Mit
Wazaari gegen Wazaari und Yuko musste sie sich leider knapp geschlagen
geben. Ebenfalls ein heißes Gefecht lieferte sich Isabell Lipka (-63
kg), das sie schließlich durch Disqualifikation ihrer Gegnerin wegen
Bein-Fassens für sich entschied. Das hart umkämpfte Unentschieden von
Anna Kruse (-70 kg) sicherte den 3:2/30:15-Mannschaftssieg. Danach
trennten sich Recklinghausen und Düsseldorf 3:3/30:30.
Das
DSC-Team des 1. Regionalliga-Kampftages: Nadine Herbertz, Sandra Bude,
Isabell Lipka, Jessica Steiner, Janina Seidel, Maren Schwarz, Anna
Kruse, Meike Bucheld, Larissa Stange und Andrea Wohlgemuth.
Auch
Christoph Najdecki war am Wochenende erfolgreich im Einsatz. Für SUA
Witten steuerte der DSC-Judoka und -Trainer einen vorzeitigen Sieg zum
souveränen 11:3-Bundesligaerfolg über den SC Berlin bei. der westen
herne
+++ 18.05.2010 Zweitvertretung siegt in der Regionalliga +++
Die
Bundesligareserve des JC 66 Bottrop fährt am ersten Kampftag der Regionalliga
2010 zwei Siege ein und führt die Tabelle nun an.
Das Perspektivteam des JC 66 Bottrop,
das in der Regionalliga auf Punktejagd geht, startete gegen die
Bundesligareserve des TSV Hertha Walheim und gegen den Bundesligaabsteiger JC
Koriouchi Gelsenkirchen.
Vor etwas mehr als einem halben Jahr
standen sichin der 2. Bundesliga die Teams aus Gelsenkirchen und Bottrop noch
in der Dieter-Renz-Halle gegenüber. Der JC 66 gewann bekanntermaßen mit 13:1
und wurde Meister, Gelsenkirchen stieg in die Regionalliga ab. Nun gab es
direkt zu Beginn der neuen Saison diesen Klassiker erneut, diesmal in Walheim
(Aachen).
Die Bottroper gewannen dieses Duell wie
vor einem halben Jahr deutlich. In der Regionalliga wird nur ein Durchgang in den sieben
Gewichtsklassen gekämpft. Bei einer Niederlage des Team-Kapitäns Carsten Lowitz
gegen den starken Holländer Willy Bilstra und Siegen durch Uli Heselhaus (- 60
kg), Dominik Gosens (-66 kg), Manuel Breuer (-73 kg), Ramzan Isaev (-81 kg),
Maik Podlech (-90 kg) und Lars Haarmann (-100 kg) gewann das Bottroper Team am
Ende deutlich mit 6:1.
Im anschließenden Duell mit der
Bundesligareserve aus Walheim wurde es deutlich enger. Der letztjährige
Regionalligameister aus Walheim verlangte dem Bottroper Team alles ab. Nach der
knappen 3:4 Niderlage aus dem vergangenen Jahr, gelang der jungen Bottroper
Truppe in diesem Jahr die Revanche. Mit 4:3 ging der knappe Sieg diesmal nach
Bottrop. Die vier Siegpunkte erkämpften Uli Heselhaus (-60 kg), Dominik Gosens
(-66 kg), Marc Kühlkamp (-81 kg) und Lars Haarmann (-100 kg). Team-Kapitän und
Manager Carsten Lowitz: „Die Jungs haben heute eine geschlossen starke
Vorstellung geliefert. Gerade die jungen Kämpfer wollen sich für die Bundesliga
empfehlen und haben heute mit vielen Siegen gegen zum Teil sehr starke
Konkurrenz zu dem Mannschaftserfolg beigetragen. So kann es gerne weitergehen.“
Am 5. Juni geht es vor
heimischer Kulisse gegen den PSV Duisburg und dem Titelaspiranten BTW Bünde um
weitere wichtige Punkte für die Bottroper. Zunächst steht das Team auf Platz 1
der Liga. jc 66 bottrop
+++ 18.05.2010 Sieg und Niederlage für JKG +++
Von Rolf Hantel
(WE)
Essen. Die Judokampfgemeinschaft (JKG) hat am ersten Kampftag der
Regionalliga West gegen Bushido Köln mit 3:2 gewonnen, doch gegen BTW
Bünde mit 3:4 verloren. Einmal gewonnen und einmal verloren.
Nicht
optimal für eine Mannschaft, die sich vorgenommen hat, die
Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga zu erreichen. Gleichwohl war
JKG-Trainer Ralf Drechsler nicht unzufrieden. Schließlich musste er auf
seine erfahrenen Asse Kenneth van Gansbeke (Belgien) und Max van
Leeuven (Niederlande ) verzichten, die beide verletzt sind.
„Das
waren wohl mit die stärksten Konkurrenten“, schätzt Drechsler. Sein
Team steht zwar derzeit mit 2:2-Punkten nur auf Rang fünf, doch drei
Mannschaften davor sind zweite Mannschaften von Bundesliga-Klubs, die
nicht aufsteigen dürfen. Also ist noch alles drin. „Diese ersten
Ergebnisse sagen noch nichts über die wahre Leistungsstärke der
Mannschaften aus“, glaubt Drechsler.
Vor 250 Zuschauern
zeigten die Essener unter den gegebenen Umständen eine gute Leistung,
wobei Jens Schäfer (-73 kg) der mit Abstand stärkste Essener Kämpfer
war und beide Kämpfe gewann. Gegen Köln trafen zwei gleichwertige Teams
aufeinander. Für Essen punkteten Sascha Wasin, (+100 kg), Jens Schäfer
und Maik Röhrhoff (66 kg, kampflos) mit voller Wertung, Helge Brock
(-90 kg) und Andreas Bernhard (-60 kg) kämpften jeweils Unentschieden,
Phillip Wiskamp (-100 kg), der nach langer Verletzungspause erstmals
wieder auf die Matte ging, sowie Sebastian Drechsler (-81 kg) gaben
ihre Punkte ab.
Gegner Bünde überraschte die Gastgeber
anschließend mit einem taktischen Schachzug. Schwergewicht Sascha Wasin
traf nicht auf den erwarteten Konkurrenten, sondern auf den leichteren
und wesentlich beweglicheren 81-kg-Mann Teja Ahlmeyer. Das Risiko
zahlte sich aus, denn Ahlmeyer siegte und brachte Bünde mit 1:0 in
Führung. Pascal Wasin (-100 kg) verlor seinen Kampf ebenso wie Jan
Gleichenhagen (-81 kg), so dass die JKG klar mit 0:3 hinten lag und
später nach Bernhards Niederlage sogar mit 1:4.
„Doch wir
haben eine super Moral bewiesen“, lobte Trainer Drechsler seine
Mannschaft. Schäfer, Röhrhoff und Helge Brock sorgten für ein knappes
Resultat. „Der Kampf von Wasin hätte auch umgekehrt laufen können“,
meinte Drechsler. „Dann wäre wir Gesamtsieger gewesen.“ der westen essen
+++ 17.05.2010 Julia Loselein kehrt auf die Judo-Matte zurück +++
Von Michael Heiße
(WAZ)
Essener Nordwesten. Julia Loselein kehrt nach langer Verletzungspause
auf die Judo-Matte zurück. Die 20-Jährige, in Karnap geboren, gilt als
große Nachwuchshoffnung ihres Sports. Bei den Olympischen Spielen in
London, soll sie endgültig ins internationale Rampenlicht treten.
Das
Gespräch mit Julia Loselein beginnt später als geplant. Ihre Stimme
klingt eilig und etwas aufgeregt: „Meine Trainingspartnerin hat sich
verletzt. Das Knie. Ich musste sie ins Krankenhaus bringen.“ Sorge
sickert durch ihre Worte. Denn Julia Loselein weiß aus eigener,
schmerzvoller Erfahrung, wie schnell etwas passieren kann – auf der
Judo-Matte und im Spitzensport.
Die 20-Jährige, in Karnap
geboren, gilt als große Nachwuchshoffnung ihres Sports. In ihrem Verein
JC 66 Bottrop, für den sie in der Zweiten Bundesliga startet, aber auch
in der Nationalmannschaft. In zwei Jahren, bei den Olympischen Spielen
in London, soll sie endgültig ins internationale Rampenlicht treten.
Doch an London denkt Julia eher mit gemischten Gefühlen. Im April 2009
hatte sie dort beim Weltcup Bronze gewonnen. Es sollte ihr vorerst
letzter großer Wettkampf sein.
Schwere Verletzung
Kurz
nach ihrer Rückkehr aus England verletzt sie sich im Training schwer:
Kreuzbandriss, Meniskusschaden inklusive. „An einem Dienstagabend ist
es passiert, am Mittwoch lag ich schon im OP.“ Wie im Zeitraffer ziehen
die Bilder vorbei: Die Operation verläuft ohne Komplikation. Nach drei
Tagen kann sie das Krankenhaus wieder verlassen. Die Konfirmation ihres
Bruders verpasst sie dennoch.
Für einen Fußballer bedeutet
eine solche Verletzung nicht selten das Aus. Für den damals
19-jährigen, aufstrebenden Judoka ist es zumindest die jähe
Unterbrechung einer bis dahin vielversprechenden Karriere, die bereits
im zarten Alter von fünf Jahren auf der Matte des PSV Bottrop beginnt.
Julia probiert viel aus in diesen ersten Jahren: Sie schwimmt, tanzt,
spielt Flöte – doch ihr Herz gehört dem Judo. Schnell erkennt man ihr
Talent. Ihr späterer Trainer Ulrich Griesdorn schult sie intensiv,
schickt sie auf viele Wettkämpfe, wo man schon bald auf sie aufmerksam
wird.
Ihre Familie unterstützt sie nach Kräften; besonders
ihr Vater Wolfgang ist treibende Kraft. „Der Erfolg der Kinder ist die
Leistungsbereitschaft der Eltern“, wird ihr Landestrainer später einmal
sagen. Und der Erfolg lässt nicht auf sich warten. In der U17 stößt
Julia erstmals in den Kreis der Nationalmannschaft vor. „Spaß hatte ich
am Judo schon immer, doch in dieser Zeit habe ich Judo als
Leistungssport realisiert“, sagt sie. Anfangs bezahlt sie Lehrgeld,
doch ihr Ehrgeiz ist nicht zu stoppen. „Irgendwann musst du das
Selbstvertrauen entwickeln und sagen: ,Du bist gut’. Das musste ich
erst lernen.“
Ihr bestes Wettkampfjahr
Julia kämpft
sich unaufhaltsam nach vorn. In der U-20 räumt das 1,70 Meter große und
57 Kilo leichte Energiebündel mächtig ab, erkämpft sich den siebten
Platz bei der Junioren-WM in Bangkok; wird Zweite der
DM-Einzelmeisterschaften. Auch bei international besetzten Turnieren
brilliert sie: Sieg in Rotterdam, Zweite in Lyon und im polnischen
Cetniewo, Dritte in Belgien, in Arlon. „2008 war mein bislang bestes
Wettkampfjahr“, sagt sie heute.
Anfang 2009 wird sie
Deutsche Vizemeisterin bei den Frauen, bevor sie die Verletzung
ausbremst. Es beginnt eine Zeit des Leidens. Julia, die vor wichtigen
Wettkämpfen zwei bis dreimal täglich im Bundesleistungszentrum in Köln
trainiert, ist plötzlich auf die Hilfe Fremder angewiesen. „Man kann
sich das gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn man überhaupt nichts
mehr machen kann“, beschreibt sie ihre Gefühle während der Reha. Nur
langsam und mühsam kann sie wieder die Zehen bewegen. Mehr ist anfangs
nicht drin. Julia schwimmt, um die Muskulatur zu stärken und „oft bin
ich auf Krücken in den Kraftraum gehumpelt, nur um überhaupt etwas zu
machen“.
„Ich bin wieder da“
Doch sie gibt
nicht auf. Fast ein Jahr lang kämpft Julia den vielleicht wichtigsten
Kampf ihrer Laufbahn - und gewinnt. „Ich bin in allem was ich tue sehr
zielstrebig und schaffe eigentlich alles, was ich will“, sagt sie. „Das
hat mir geholfen, die Krise zu überwinden.“
Geholfen
haben ihr auch die Physiotherapeuten. Julia: Anfangs dachte sie bei
jedem Training: „Mensch, pass’ bloß auf dein Knie auf.“ Doch mit
erfolgreicher Behandlung und zunehmenden Vertrauen in den eigenen
Körper kehrte auch der Glaube an die eigene Leistungsstärke zurück. Am
Wochenende trat Julia nach knapp zwölf Monaten der Abstinenz in die 2.
Bundesliga an. „In der langen Pause habe ich erst gemerkt, wie viel mir
das Judo eigentlich bedeutet.“
Wie befreit kämpfte sie,
entledigt aller Zweifel und ohne Abiturstress. Die schriftlichen
Prüfungen hatte sie bereits vor zwei Wochen hinter sich gebracht. Ein
weiterer Meilenstein auf ihrem Weg nach oben. Nach dem Abi geht’s für
zwei Jahre zur Bundeswehr in die Sportfördergruppe. „Danach studiere
ich Jura.“ Am Wochenende fährt sie zum Weltcup - nach London. Ein
schlechtes Omen? „Nein“, sagt sie. „Ich bin wieder ganz die Alte. Ich
bin wieder da.“ waz essen
+++ 16.05.2010 Regionalliga: Untauglich +++
Von Andree Hagel
Aachen.
Zum Saisonstart der Regionalliga setzte es für die Judoka des JC
Koriouchi Gelsenkirchen gleich zwei Klatschen. Der Zweitliga-Absteiger
unterlag dem JC 66 Bottrop II mit 1:6 und Gastgeber TSV Hertha Walheim
II mit 2:5. Viel schlimmer als diese sportlichen Ohrfeigen aber war in
Aachen, dass die Konkurrenz Mitleid hatte: Das war die Höchststrafe,
frustrierender als zweimal 0:7.
„Das macht keinen Spaß“,
sagte auch Willy Bilstra, der 32-jährige Schwergewichtler aus den
Niederlanden (+100 kg), der sowohl gegen Bottrops Carsten Lowitz per
Haltegriff als auch gegen Walheims Sebastian Golsch per Uchi-mata
(Schenkelwurf) jeweils vorzeitig gewann. Um es nicht zu vergessen: Für
den dritten Gelsenkirchener Punkt sorgte Jan de Brouwer, der seinen
Mittelgewichts-Kampf (90 kg) gegen Walheims Sven Gohrbandt mit zwei
mittleren Wertungen („Yuko“) für sich entschied.
Und
sonst? Schrecklich war es, fast so frostig wie in der Sporthalle des
Inda-Gymnasium im Aachener Stadtteil Kornelimünster. Die
Koriouchi-Judoka hatten Gelsenkirchen noch nicht einmal verlassen, da
war schon klar, dass es ein Debakel geben wird. Janes Chabowski, der
Leichtgewichtler (73 kg), fehlte wegen eines Bänderrisses im
Sprunggelenk, und Emil Bechtold, der Halbschwergewichtler (100 kg), war
nicht da. „Mit den beiden“, sagte Trainer Harald Mantei, „hätten wir
zumindest gegen Walheim gewonnen.“
Vielleicht. So aber
gaben die Gelsenkirchener insgesamt fünf Auseinandersetzungen kampflos
ab und müssen dafür 250 Euro Strafe berappen – fünfmal 50. In beiden
Kämpfen entschied sich Trainer Harald Mantei für zwei Niederländer, so
dass der Armenier Witalij Galustian nicht kämpfen und das
Superleichtgewicht (60 kg) nicht besetzt werden konnte. Ebenso leer
blieb die 73-Kilo-Kategorie, während die 66-Kilo-Lücke im zweiten Kampf
nicht geplant war. Matthias Gedig, der vom TV Wickede zum Judo-Club
Koriouchi gekommen ist, verletzte sich bei seiner Niederlage gegen
Dominik Gosens so schwer an der rechten Schulter, dass er ins
Krankenhaus musste. Erste Diagnose: Kapsel- und Bänderriss.
Tabellenletzter
Die
erste Diagnose für den JC Koriouchi, der nach dem ersten Kampftag
Tabellenletzter ist, lautet in diesem Zustand: absolut untauglich für
die Regionalliga. Aber für eine taugliche Mannschaft auch in der
Drittklassigkeit „braucht man Geld“, sagte Trainer Harald Mantei in
Aachen. „Oder . . .“ Oder? „Oder du fängst unten an. In der Oberliga
oder in der Landesliga. Da kannst du mit eigenen Leuten mithalten.“
Und
als die Kämpfe am Samstagnachmittag so liefen, blickte Erhan Baz – auch
der 40-jährige Präsident musste zweimal auf die Matte, verlor einmal in
der 90-Kilo-Klasse gegen den 38-jährigen Bottroper Maik Podlech und
einmal in der 100-Kilo-Klasse – fast neidisch nach rechts. „Das waren
noch Zeiten, als wir unseren Masseur dabei hatten“, sagte er. Einige
Athleten des Hamburger Judo-Teams wurden gerade von ihrem
Physiotherapeuten Michael Frensdorff behandelt, um anschließend den
Kampf der 1. Bundesliga gegen Walheims erstes Team mit 6:7 zu
verlieren. waz gelsenkirchen
+++ 16.05.2010 Feuertaufe furios bestanden +++
Von Oliver Schinkewitz
(WAZ) Witten. SU Annen - SC Berlin 11:3
Auch
wenn ihn sein Rücken heftig schmerzte - Trainer Andreas Reeh war nach
dem überdeutlichen 11:3 seiner Sport-Union Annen gegen den SC Berlin
doch ein glücklicher Mensch. „Ich bin froh, dass wir diesen Kampf
gewonnen haben - vor allem unsere Neulinge waren richtig stark und
haben ihre Feuertaufe bestanden“, meinte der Coach nach dem ersten
Saisonsieg.
Natürlich war der SC Berlin nicht mit seiner
stärksten Besetzung nach Witten gekommen, musste einige wichtige Leute
daheim lassen. „Aber wir waren auch nicht komplett“, ergänzte Reeh -
und mag dabei vor allem an Jonas Focke und Benjamin Behrla gedacht
haben, die ihre Verletzungen noch nicht wieder auskuriert haben. Beide
waren am Samstag aber in der Halle und feuerten ihre Teamkollegen
lautstark an.
Ganze drei von 14 Kämpfen gab die SU Annen
gegen die Hauptstädter ab - eine Bilanz, von der man nicht im Ansatz
hatte ausgehen können. Und SC-Trainer Thomas Rossius fügte an: „Die
Höhe sagt nichts über den Verlauf einiger Kämpfe an - aber letztlich
war der Annener Sieg sicherlich verdient. Wir haben einfach zu viele
taktische Fehler gemacht.“
Andersherum könnte man auch sagen:
SUA-Trainer Andreas Reeh bewies neben einem glücklichen Händchen bei
seiner Aufstellung auch eine Menge taktisches Geschick. „Wir haben da
angeknüpft, wo wir in Hamburg im zweiten Durchgang aufgehört haben.“ So
gab’s am Samstag schon in der ersten Hälfte einen komfortablen
5:2-Vorsprung für die Hausherren, die nach Lutz Behrlas
Auftaktniederlage den Schlüssel für dieses Duell fanden, weil Stefan
Oldenburg und vor allem der Niederländer Robby van Laarhoven (wird am
heutigen Montag 28) exzellente Siege zum 2:1 beisteuerten.
Gerade
van Laarhoven spielte im Konzept von SUA-Trainer Reeh eine
entscheidende Rolle. „Was er bei seinem Comeback nach seiner
Bandscheiben-OP heute geleistet hat, war sensationell“, so der Coach
überschwänglich. Zweimal knackte er den sperrigen Berliner Toni Hinze,
gewann jeweils vorzeitig - besser hätte sein Wiedereinstieg kaum
verlaufen können.
Auch sein Landsmann Jeroen Mooren und
Stefan Oldenburg punkteten doppelt - ebenso wie Superschwergewichtler
André Breitbarth. Doch dieser Kampf gegen den SC Berlin, der auch nach
dem zwischenzeitlichen 5:3 nicht wirklich spannend wurde, schrieb noch
ganz andere Geschichten. So absolvierte Markus Zalucki, bislang im
Regionalliga-Kader der SUA, ein famoses Erstliga-Debüt, beackerte den
Polen Tomek Krecielewski über die gesamten fünf Minuten - auch wenn er
mit Yuko- zu Waza-ari-Wertung knapp unterlag.
Für einen
Höhepunkt indes sorgte beim Stande von 7:3 Neuzugang Hans-Martin Kühn.
Der Ex-Bonner, der eigentlich für die Annener Reserve verpflichtet
wurde, war unter der Woche von Reeh zu diesem Kampf eingeladen worden.
„Zunächst als Ergänzung“, so der Coach. Doch irgendwie war die
73-kg-Klasse der SUA am Samstag sehr dünn besetzt - und so kam Kühn zu
seinem Erstliga-Debüt. Lange lag er gegen Danny Schünemann hinten -
doch zwölf Sekunden vor Schluss machte er den Sieg mit einer tollen
Technik perfekt. „Das war natürlich riesig für ihn - ich denke, der
wächst jetzt gerade wieder ein Stück“, flachste sein Trainer. Kühns
Sieg brachte Zähler Nummer acht - damit war der Heimerfolg amtlich. Es
folgten drei weitere Punkte durch Jeroen Mooren, Daniel Lachmann und
André Breitbarth - „jetzt können wir beruhigt nach Potsdam fahren“, so
Reeh. waz witten
+++ 10.05.2010 Und die Siegesserie reißt nicht
ab… +++
weiterhin die Tabellenführung für die 1. Damenmannschaft des JC 66 Bottrop…
Nach den ersten beiden Siegen in
Hamburg ließen sich die Kämpferinnen um Teamleiterin Nicole Koppenborg auch von
dem zweiten Kampftag nicht beirren und behielten am Ende doch klar die
Oberhand.
In einer tollen Atmosphäre, die der
Ausrichter des VFL Stade in die Halle gezaubert hatte, konnten sich die Mädchen
wie bereits gewohnt gekonnt in Szene setzen.
Die Rollen der gegnerischen
Mannschaften waren zu Beginn nicht ganz klar verteilt, so dass die Mannschaft
aus Lübeck zunächst als der vermeintlich stärkere Gegner an diesem Kampftag
eingeschätzt wurde.
In der ersten Begegnung gegen die
Mannschaft vom Budokan Lübeck läutete Szaundra Diedrich in der Gewichtsklasse
bis 70 kg nach einer souveränen Leistung den Kampftag mit einem ersten Sieg für
den JC 66 ein. In der Klasse -78 kg ging das Team des JC ein wenig geschwächt
ins Rennen, da aufgrund der Verletzungen von Katrin Reißberg und der beim letzten
Kampftag hoch gesetzten, und so stark kämpfenden Katharina Gutmann, mit Linda
Kloßak eine ebenfalls noch verletzt geschwächte Kämpferin auf die Matte gehen
musste. Nach einem guten und zunächst ausgeglichenem Kampf, unterlag Linda
ihrer Gegnerin aus Lübeck, so dass den Lübeckern kurzfristig der Ausgleich
gelang.
Danach sollte es aber in gewohnter
Form weiter gehen. Denn Julia Rotthoff gelang in der Klasse – 48 kg der
schnellste Sieg der beiden Begegnungen aus Bottroper Sicht, nachdem sie ihre
Gegnerin nach nur 32 Sekunden mit einem Schulterwurf bezwang.
Darauf folgte ein vorzeitiger Sieg in
der Klasse + 78 kg durch Gerdien Kupers. Im folgenden Kampf ging nach langer
Verletzungspause erstmalig wieder Julia Loselein bis 63 kg auf die Matte und
hielt allen Erwartungen stand, indem sie ihre Gegnerin vorzeitig bezwang.
Damit stand der Sieg der Bottroper
Frauen bereits fest, so dass die ebenfalls vorzeitigen Siege von Sina Felske in
der Klasse bis 57 kg und Maureen Siegmann, die in der Klasse bis – 52 kg auf
die Matte ging, reine Schönheitskorrekturen des Ergebnisses waren. Am Ende
gingen die Bottroper Frauen jubelnd mit einem 6:1 Sieg von der Matte.
In der anschließenden Begegnung gegen
den Ausrichter des VFL Stade musste der JC sein Team aufgrund der Verletzung
von Linda Kloßak ein wenig umstellen.
Doch zunächst punktete Szaundra
Diedrich in der Klasse bis 70 kg wie gewohnt souverän, bevor mit Lisa Kaziur
eine ausgewogene 63 kg Kämpferin in die Klasse bis 78 kg rutschte, um das
verletzungsbedingte Loch in der Aufstellung zu schließen, dann aber vorzeitig
unterlag.
Wie in der ersten Begegnung stand es
auch nun wieder 1:1 unentschieden, bevor Julia Rotthoff im Leichtgewicht auf
die Matte ging. Diesmal musste sich Julia mit der starken Kämpferin Kogro,
messen und bot den Zuschauern nach 5 Minuten herzzerreißendem Kampf ein
Unentschieden, so dass es auch nach dieser Begegnung beim Stand von 1:1 blieb.
Auch Gerdien Kupers gelang ein
Blitzsieg durch Schulterwurf nach nur 36 Sekunden. Durch den weiteren Sieg von
Julia Loselein in der Klasse – 63 kg, ging in der zweiten Begegnung bis 57 kg
Rike Ruhwinkel auf die Matte. In dem zweiten Kampf, die über die volle
Kampfzeit von 5 Minuten ging, gelang Rike eine Wertung für eine Kontertechnik,
die sie über die Zeit bringen und damit den zweiten Sieg des JC einläutete. Vor
dem abschließenden Kampf von Maureen Siegmann in der Klasse bis 52 kg stand es
bereits 4:1 für den JC 66, so dass der Sieg der Kämpferin aus Stade in dieser
Gewichtsklasse nicht mehr von Bedeutung für das abschließende Ergebnis von 4:2
war.
Die Mädchen haben eine gewohnt
beherzte und engagierte Einstellung und Leistung gezeigt.
Im Vorfeld gab Teamleiterin Nicole
Koppenborg in einem Interview mit dem Trainer des VFL Stade die Marschrichtung
ganz deutlich vor: Unser Saisonziel ist es, um den Aufstieg mitzukämpfen. Dazu
gehören zwei Siege und vier Punkte, die wir an diesem Abend mit nach Hause
nehmen wollen.“
Und am Ende stellte sich heraus, dass
das nicht zu hoch gepokert war. Auch wenn man um die noch schweren Aufgaben,
die vor dem Team liegen weiß…man ist wieder ein Stück weiter gekommen und hält
nach wie vor die Tabellenführung… Nicole Koppenborg für
den JC 66 Bottrop
+++ 09.05.2010 Niederlage in Spremberg kostet Tabellenführung+++
Spremberger Mannschaft sorgt für erste
Niederlage beim JC 66 seit zweieinhalb Jahren. Nun auf Platz zwei.
Das
hatten sich die JC 66 – Cracks anders vorgestellt. Als Meister der Jahre 2007
bis 2009 reiste das Team als leichter Favorit auch in die Lausitz. Die 5 zu 8
Niederlage gegen den letztjährigen Vizemeister KSC ASAHI Spremberg sorgte für
eine kleine Ernüchterung im erfolgsgewohnten Bottroper Team.
„Ich
kann meinen Jungs keinen konkreten Vorwurf machen. Am Ende war die Niederlage
leistungsgerecht. Beide Teams stehen sich auf Augenhöhe gegenüber.
Kleinigkeiten entscheiden hier Kämpfe. Und die waren heute mal nicht auf
unserer Seite. Auch damit muss ein Top-Team umgehen können.“ resümierte der
Bottroper Chef-Coach Frank Urban sachlich nach der bitteren Niederlage.
Im
ersten Durchgang hatten die Bottroper in den Gewichtsklassen – 60 kg (Ngoy
verliert gegen den Briten Greg Varey), - 81 kg (Möller unterliegt Korb), - 90
kg (Niederlage durch Isaev gegen den Briten Burns) und im Schwergewicht (Pahnke
verliert gegen Lecher) das Nachsehen. Teamkapitän Wallerich erkämpfte ein
starkes Unentschieden gegen Rex (- 73 kg). Siege schafften nur Gussenberg (- 66
kg gegen Prochnow) und Danny Meeuwsen (-100 kg gegen Fohri). Mit einem 2:4 ging
es in die Pause.
„Wir
lagen nicht zum ersten Mal nach dem ersten Durchgang zurück. Die Mannschaft ist
aber stark genug, Rückstände auszugleichen und sogar in Siege zu drehen. Wir
haben klare Worte in der Kabine gesprochen und das Team etwas umgestellt. Die
Aufstellung war so gewählt, dass wir noch eine Siegchance hatten.“ so Urban
weiter. Es hat nicht gereicht. Auch im zweiten Durchgang wurden vier Kämpfe
verloren. Die Stärke ihrer Gegner mussten Wallerich (-73 kg gegen Rex),
Grothaus (-81 kg gegen Göpfert), Möller (-90 kg gegen Burns) und Jauk (-100 kg
gegen Gottwald) anerkennen. Ngoy (- 60 kg gegen Varey), Dominik Gosens (-66 kg
gegen Schultze) und Danny Meeuwsen (+ 100 kg gegen Lecher) holten drei Zähler
für den JC 66 zum Endstand von 5:8.
„Na
klar tut so eine Niederlage weh. Wir wollten gewinnen und oben bleiben. Dass es
ganz eng wird, war klar. Die Spremberger haben sich getragen von dem nicht zu
jeder Zeit fairen Publikum in einen Rausch gekämpft. Wir waren nicht in der
Lage in den wichtigen Momenten dagegen zu halten. Drei Kämpfe können auch
anders ausgehen. Es gab keine einzige Fehlentscheidung, die ein oder andere
Passivitätsstrafe mehr hätte es aber gegen die Spremberger geben können, dann
kann das Ganze einen anderen Verlauf nehmen. Aber am Ende müssen unsere Jungs
Strafen deutlicher einfordern, wenn sie nicht gegeben werden. In diesem
taktischen Bereich machen wir noch zuviele Fehler, da müssen wir besser werden.
Insofern müssen wir die Schuld bei uns suchen. Wir werden hieran arbeiten!“
akzeptiert Urban die Niederlage gegen ein an diesem Tag bärenstarkes Team, ohne
wirkliche Schwächen.
„Schade
war, dass die Spremberger, mit denen wir uns sehr gut verstehen, heute sehr
fanatische Fans auf der Tribüne hatten. Der Fanclub aus den vereinseigenen
Abteilungen Volleyball und Fußball feuerte nicht nur das Spremberger Team
lautstark an, unser Team wurde wüst beschimpft, verunglimpft, verhöhnt und wann
immer es eine gute Szene von uns gab ausgepfiffen. Das ist im Judo, wo es immer
um Disziplin, Toleranz und vor allem um Respekt vor seinem Gegner geht, voll
daneben. Die Judokas haben sich von den eigenen Fans deutlich distanziert und
sich für das beschämende Verhalten entschuldigt. Damit war das für uns ok. Wir
wünschen den Sprembergern, dass sie das Problem schnell in den Griff kriegen.
Denn insgesamt macht das Team eine tolle Arbeit!“ fasst Team-Manager Tapper die
Stimmung in der Halle zusammen.
Insgesamt
also ein ungewöhnlicher Kampftag auf allen Ebenen. Nun stehen die Bottroper auf
dem 2. Tabellenplatz und müssen sich direkt im nächsten Heimkampf am 12. Juni
gegen den neuen Tabellenführer SV Motor Babelsberg beweisen.
+++ 07.05.2010 JC 66 –
Härtetest in Brandenburg+++
In der
2. Judobundesliga der Männer kommt es am Samstag in Spremberg zum
Aufeinandertreffen des letztjährigen Meisters und des Vizemeisters.
Als aktueller Tabellenführer und Meister 2009
reisen die Urbanschützlinge bereits am Freitagabend nach Spremberg. Die frühe
Anreise hat zwei Gründe. Der Trainer Frank Urban erläutert sie so: „Zum einen
sind wir in diesem Jahr durch unplanbare Verkehrsumstände bereits am ersten
Kampftag fünf Minuten zu spät erschienen. Die Regel erlaubt ein Zuspätkommen
nur einmal je Saison. Zum anderen sollen die Jungs ausgeruht in die
Topbegegnung gehen.“
Der Samstag soll dann zur Regeneration von
der Fahrt dienen. „Wir werden ausschlafen, uns dann etwas die Beine vertreten
und dann gezielt auf die Begegnung vorbereiten.“ Beschreibt der Trainer den Reiseplan
weiter. Um 17:00 Uhr müssen die Männer erst zur Waage, Kampfbeginn ist um 18:00
Uhr.
Frank Urban, der bei den ersten beiden
Kampftagen fehlte, weil er parallel andere Aufgaben wahrnehmen musste, muss
auch diesmal wieder improvisieren. „Ich werde diesmal dabei sein können, obwohl
die IDEM (int. Deutsche Einzelmeisterschaft) in Berlin stattfindet. Ich werde
aber rechtzeitig zum Kampfbeginn in Spremberg sein können.“ Der Trainer kann
dabei am Samstag beinahe aus dem Vollen schöpfen. „Mir fehlen zwei
Stammkämpfer, die beide in einer Gewichtsklasse kämpfen. Das ist zwar schade,
wir haben aber bereits eine sehr gute Lösung entwickelt. Ich bin überzeugt,
dass die beiden Ausfälle kompensiert werden und überdies ein paar
Überraschungen für den Gegner bieten.“ so Urban weiter. Welche Kämpfer fehlen,
wird natürlich nicht verraten, schließlich will sich das Teammanagement nicht
in die Karten schauen lassen.
Spremberg steht unter Druck. Am zweiten
Kampftag gab es gegen den SV Motor Babelsberg im Brandenburg-Derby eine herbe
4:9 – Niederlage. Eine weitere Niederlage kann sich das Team in dieser Saison
nicht erlauben, wenn das gesteckte Ziel „Erreichen der Relegation“ sicher
geschafft werden soll. „Vor heimischem Publikum sind die Spremberger richtig
stark. Einer Niederlage werden die nicht so ohne Weiteres zustimmen. Unser Team
ist aber nicht unbedingt auswärtsschwach. Die letzte Auswärtsniederlage stammt
aus dem Jahre 2007, das ist beinahe drei Jahre her.“ strahlt auch der
Teammanager Tapper Zuversicht für den Spitzenkampf in Spremberg aus.
„Die Jungs müssen am Samstag beweisen, was
sie können. Eine Einstellung wie gegen Knorr wird nicht genügen. Das wissen die
Jungs aber auch und sind hochmotiviert.“ ergänzt der 66-Präsident Assmann, der
das Team ebenfalls wie immer begleiten wird. Gegen 20:00 Uhr sind alle
schlauer. Dann steht das Ergebnis in Spremberg fest!jc 66 bottrop
+++ 06.05.2010 Motivation ist futsch +++
Von Andree Hagel
(WAZ)
Den genauen Tag weiß er gar nicht mehr, aber es war im Februar 1965,
als er in Bulmke im Hüller Hof eines von sieben Gründungsmitgliedern
des Judo-Clubs Koriouchi Gelsenkirchen war – hervorgegangen aus der
Werkssportgruppe der Rheinstahl-Eisenwerke. Seitdem, also seit fast
46 Jahren, war Reinhard Woelk an der Spitze des Klubs, meistens als
Präsident, mindestens immer als Vize-Präsident. Nun hat sich der
66-Jährige (zumindest ein bisschen) zurückgezogen und die Verantwortung
in die Hände von Erhan Baz gelegt.
Warum? „Ach“, sagt Reinhard
Woelk. „Ich bin nicht mehr motiviert. Es geht nur noch um Kohle, das
ist nicht mehr meine Welt.“ Seine Welt wird der Judo-Sport aber
bleiben, der Träger des 7. DAN wird weiterhin als Jugendtrainer sowie
auch in der Talentsichtung und -förderung arbeiten. Daher wisse er
auch, dass es genügend Talente gebe. „Aber die“, sagt Reinhard Woelk,
„sind nicht bereit, maximale Leistung abzurufen. Die denken, sie
trainieren zwei-, dreimal und sind dann Deutscher Meister.“
Es hat
sich einiges gewandelt. Das war, als Erhan Baz 1977 – auf Drängen
seines Vaters – mit dem Judo begonnen hatte, ganz anders. „Als er als
kleiner Junge zu uns gekommen ist, habe ich ihn Knopfauge genannt“,
sagt der ehemalige Präsident über den neuen. „Erhan war ehrgeizig“,
sagt Reinhard Woelk. Und nicht nur Erhan Baz war ehrgeizig. Von dieser
Sorte Sportler gab es mehrere, und deshalb stammen aus den Reihen des
JC Koriouchi unter anderem auch vier Deutsche Meister: Günter Kaus,
Björn Winkler, Jürgen Krause und Ulrich Griesdorn. Auf diese Athleten
ist Reinhard Woelk mächtig stolz, allerdings steht in der Liste seiner
schönsten Erlebnisse als Koriouchi-Chef ein anderes Ereignis
unangefochten an erster Stelle: der Aufstieg der Mannschaft 1987 in die
1. Bundesliga. Und welches war das schlimmste Erlebnis seiner Amtszeit?
„Der Abstieg“, sagt Reinhard Woelk. Das war 1990.
Von seinem
Rücktritt als Präsident des JC Koriouchi, der momentan 120 Mitglieder
hat und in seinen besten Zeiten 250 Aktive hatte, verspricht sich
Reinhard Woelk vor allem mehr Ruhe. „Mein Zeitfenster wird immer
kleiner“, sagt der DM-Fünfte der 70-Kilo-Klasse von 1973 und 1974.
„Soll ich mich noch aufreiben? Ich kann doch jetzt schöne Dinge mit
meiner Frau machen.“ Apropos. „Der größte Sponsor des Vereins war meine
Frau“, sagt Reinhard Woelk, der vor seiner Judo-Laufbahn zwischen dem
zehnten und 15. Lebensjahr Fußballer bei der SG Eintracht war. „Sie hat
mir immer frei gegeben.“
Überredungskunst
Nun hat er sich
sozusagen selbst frei gegeben und Erhan Baz, der ohnehin schon zusammen
mit Peter Büteröwe Vize-Präsident war, noch enger eingebunden. Bedurfte
es großer Überredungskunst? „Nein“, sagt Reinhard Woelk. „Na klar“,
sagt Erhan Baz. „Eigentlich fehlt mir die Zeit.“ Und warum macht er es
dann? „Der Verein hat mir unheimlich viel gegeben, die ganze Zeit. Er
ist ein Stück von meinem Leben“, sagt der 40-Jährige, der seit 1993
neben der türkischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Er fühle
sich schlicht verpflichtet und sagt, dass er gerne eine Alternative
unterstützt hätte. „Aber es gab ja keine.“
Seinen Vorgänger kennt
Erhan Baz nicht nur als Präsidenten, sondern vor allem auch als Trainer
– im Verein und im Nordrhein-Westfälischen Judoverband. „Ich war
18 Jahre Landestrainer“, sagt Reinhard Woelk, und einer seiner Athleten
war halt auch Erhan Baz, der einst im Halbmittelgewicht (78 kg)
Westdeutscher Vize-Meister der Junioren und eigentlich für die Deutsche
Meisterschaft qualifiziert war. Aber damals fehlte ihm der deutsche
Pass.
Balgerei im Hintergrund
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich
Erhan Baz bereits ausschließlich aufs Judo konzentriert. Das war nicht
immer so. „Ich wollte unbedingt Fußball spielen“, sagt er und erinnert
sich, dass es sehr lange gedauert habe, bis er seinen Vater überredet
habe. Nach drei Jugend-Jahren beim TuS Rotthausen war aber Schluss.
„Da hat mir“, sagt er, „etwas gefehlt, das man beim Judo immer hat: der
direkte Vergleich.“ Dieser direkte Vergleich also, der auch Reinhard
Woelk vom Fußball zum Judo gebracht hatte: „Die Balgerei, das war was
für mich.“ Und zwar nicht nur auf der Matte. Ab sofort balgt sich der
ehemalige Boss des JC Koriouchi aber mehr im Hintergrund. waz
gelsenkirchen
+++ 05.05.2010 Mit Losglück bald weit vorne +++
„Ich
will zur U 17-Europameisterschaft (25. bis 27. Juni in Prag)“, sagt
Kasper. Vorher, an diesem Wochenende in Berlin, geht es um die
Internationale Deutsche Einzel-Meisterschaft (IDEM). Wer solche
Zielsetzungen hat, der muss einfach mit den Besten trainieren. Die
Qualifikation für die Titelkämpfe in der Hauptstadt war schwer genug,
wie die amtierende Westdeutsche Meisterin der U 20 (!), also der
nächsthöheren Altersklasse, hervorhebt: „Es gab nur wenige Plätze.“ Die
Teilnehmerzahl für die IDEM war reduziert worden, es brauchte sehr gute
Leistungen und Platzierungen, um überhaupt nominiert zu werden. Kasper
hat das geschafft.
„Sarah hat einen sehr großen Willen“,
lobt Trainer Stefan Oldenburg seine Kämpferin. „Dazu ist sie technisch
sehr variabel, sie kann auch zu allen Seiten werfen.“ Mit ein bisschen
Losglück könne Kasper bei der IDEM sehr weit vorne landen, meint
Oldenburg. Doch selbst wenn sie die EM verpassen sollte, so wird Kasper
auf jeden Fall in der Annener U 17-Mannschaft und im
Frauen-Oberliga-Team weitere wichtige Erfahrungen sammeln.
Ganz große Hoffnung
Und
später will sie auch in der 1. Bundesliga Hand anlegen. Bei der
SUA-Bundesliga-Saisonpremiere saß die Hattingerin am Mattenrand und
schaute sich schon einmal die Kniffe und Tricks der Judoka der
deutschen Spitzenklasse ab. Irgendwann will auch sie kräftig zupacken
und einen internationalen Titel abgreifen: „Europameisterin“, antwortet
sie auf die Frage nach dem Nah-Ziel und sagt dann lächelnd, leicht
verlegen: „Das können Sie wieder streichen.“ Tun wir aber nicht, denn
Sarah Kasper gilt bei der SUA als eine ganz große Hoffnung, die Miriam
Dunkel und Christin Eberhardt, die mittlerweile im Bundesligakader
angekommen sind, nachfolgen kann. Und so selbstbewusst, wie Kasper
auftritt, könnte es auch mit dem internationalen Titel bald was werden.
Wetten, dass . . . ? su witten-annen
+++ 04.05.2010 Gold und Silber für PSV in Brüssel +++
Mit
Gold und Silber kehrten die PSV Judokas Barbara Ransiek und Jürgen
Wagner von den internationalen Meisterschaften von Belgien der Masters
aus Brüssel zurück.
Über sieben Nationen waren auf den
internationalen Meisterschaften in Brüssel vertreten. Die weiteste
Anreise hatte das Team aus der Ukraine.
Barbara Ransiek und
Jürgen Wagner, die eine Woche zuvor mit Gold für Ransiek und Silber für
Wagner von den Deutschen Einzelmeisterschaften aus Heilbronn zurück
kamen, gelangten auch diesmal ins Finale für die internationalen
beligschen Meisterschaften. Beide Kämpfer/innen starteten jeweils eine
Gewichtsklasse höher.
Im Endkampf der Gewichtsklasse über 78
kg traf Barbara Ransiek auf die Belgierin Regine Charlot. nach einem
abwechslungsreichem Kampf konnte keine Kämpferin eine Wertung
erreichen, sodass die Verlängerung über den Sieg entscheiden musste.
Hier konnte Charlot Barbara Ransiek mit einer Hüfttechnik überraschen,
sodass Barbara Ransiek Silber gewann.
Nach Siegen über den
Holländer Peter Heijboer und dem Belgier Marc Mertens stand Jürgen
Wagner wie im Vorjahr im Finale in der Gewichtsklasse bis 90 kg.
Hier
stand er Luc Bisiau gegenüber, der in Deutschland kein Unbekannter ist,
da dieser früher jahrelang für Köln und Brühl in diversen Ligen
gekämpft hatte.
Nach einem verhaltenen Beginn beider Kämpfer
konnte Jürgen Wagner eine Fußtechnik von Bisiau kontern. Für die
Kontertechnik erhielt Jürgen Wagner einen vollen Punkt , sicherte sich
so vorzeitig Gold und freute sich über die Titelverteidigung. psv
bochum
+++ 02.05.2010 6:7 - SUA verliert zum Saisonauftakt in Hamburg +++Von Dietmar Bock WITTEN
Beim amtierenden deutschen Vize-Meister Hamburger JT unterlag die
ersatzgeschwächte SU Annen zum Saisonstart der Judo-Bundesliga, Gruppe
Nord, unglücklich mit 6:7.Neuzugang Florian Heimlich
wurde dabei im zweiten Abschnitt der zum Remis in der
Mannschaftswertung fehlende Punkt förmlich geklaut. Sein passiver
Gegner erhielt die fällige zweite Verwarnung nicht und mithin die SUA
auch nicht den wichtigen Zähler.Die Wittener Vorstädter
hatten die Begegnung jedoch schon im ersten Durchgang aus den Händen
gegeben. Zum einen enttäuschte der aufgerückte Marvin de la Croes
restlos, indem er die taktische Anweisung seines Trainer ignorierte:
"Ich hatte ihn ausdrücklich vor Villwock´s Übergang vom Stand- in den
Bodenkampf gewarnt", so Andreas Reeh.Stefan Oldenburg gibt einen Zähler abZum
anderen gab auch Stefan Oldenburg einen Zähler ab, den der Coach nie
und nimmer auf Seiten der Hamburger gesehen hatte. "Ein Unentschieden,
wenn nicht sogar einen Sieg von Oldi", rechnete Reeh vor. Überrascht
war er zudem von der taktischen Variante der Hamburger: "Dass sie Armen
Narzayan zu Beginn hochziehen, hatte ich nicht erwartet.""Das
2:5 zur Pause war natürlich doof", urteilte der SUA-Coach, der jedoch
weiß, dass man einen solchen Rückstand noch egalisieren oder gar drehen
kann. Sein Team bewies das schon des Öfteren. Nur: "Dann muss im
zweiten Abschnitt alles passen." Passte es aber nicht. Nach den
planmäßigen Erfolgen durch André Breitbarth und Albert Fercher folgte
die "heimliche Punktklauerei" und damit der Knackpunkt.Reehs Fazit: "Das war eine ganz starke Leistung"Zudem
blieb die Überraschung des gleich um zwei Klassen aufgerückten Neuen
Johannes Karsch aus. "Der ist verrückt", entlockte es Reeh, "der geht
ab wie ein Zäpfchen und will jeden werfen." Der Ex-Braunschweiger hatte
nur Pech, dass sein Waza-Ari-Wurf nicht gewertet und er anschließend
gehalten wurde.Der Rest verlief dann planmäßig, zum
Leidwesen der Gäste, die aufgrund ihres immensen Aufwands zumindest ein
Remis verdient gehabt hätten. "Unter der Konstellation, wie wir sie in
Hamburg hatten, war das eine ganz starke Leistung", so des Trainers
Fazit. ruhr nachrichten witten